Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Dremel/Wattendorf: Schwarzbier (Nr. 1987)

Ich komme noch mal auf meinen Berlintripp neulich zurück. Da ist mir im Hopfen & Malz etwas Lustiges passiert. Für alle, die fränkisches Bier lieben, ist der Laden in der Triftstraße im Berliner Wedding eine wahre Fundgrube. Und es ist schon irgendwie lustig, wenn man als Bamberger, der bei der Wunderburg ums Eck wohnt, in dem Laden steht und Berliner es schade finden, wenn es gerade kein Keesmann Hell mehr gibt.

img_0756Aber darum soll es heute nicht geben. Eher um das Gegenteil eines klassichen Hellen. Ludger Berges ließ es sich nämlich nicht nehmen, mich auf der Suche nach einem fränkischen Bier, das ich eventuell noch nicht kennenwürde, durch sein Sortiment zu führen. Tja, und was soll ich sagen? Nach etlichen “Kenn ich.”, “Hatte ich schon.”, “Ja, finde ich auch gut” usw. stand er dan mit einer Flasche Schwarzbier der Brauerei Dremel in Wattendorf vor mir. Der letzten, die noch im Regal stand. Und ich musste gestehen: “Nein, das kenne ich tatsächlich noch nicht! Die Flasche muss ich haben!” Schon lustig irgendwie, dass man manchmal Hunderte von Kilometern hinter sich bringen muss, um ein Bier aus der eigenen Ecke zu finden.

img_0754Dass es beim Dremel ein süffiges Helles und Dunkles gibt, wusste ich. Auch das Weizen kannte ich schon. Aber das Schwarzbier mit 4,9 % Alkohol war mir neu. Ludger meinte auch, es handele sich um eine neue Sorte, die man mal ausprobiert habe. Interessant – vor allem, weil es ja ein Dunkles Lagerbier auch gibt. Braucht man dann noch ein Schwarzbier? Und was soll eigentlich der Unterschied zwischen einem Schwarzbier und einem Dunklen sein? Beim Deutschen Brauerbund heißt es zur Aromatik: “Sehr dunkles Bier, vollmundig: keine einheitliche Geschmackscharakteristik”. Im Vergleich zum Dunklen zeigt das Schwarzbier vom Dremel – klar – eine dunklere Farbe. Aber so richtig “superschwarz” ist es nicht. Was dafür wieder “schwarz” rüberkommt, sind die Röstaromen, die den Antrunk charakterisieren. Aber das Röstaroma ist in eine Spiel aus Malz, Karamell, leicht nussigen und “zwetschgenfruchtigen” Noten eingebunden. Dazu noch ein wenig Brotrinde … Das ergibt ein recht “ländliches” Aroma, nicht süß, nicht zu röstlastig. Ein wirklich interessantes Schwarzbier, das mir wirklich taugt. Auch wenn es vielleicht nicht unbedingt ein Frühlingsbier ist. Da wäre jetzt eher ein helles, hopfenbetontes Bier angesagt …

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