Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Friedmann/Gräfenberg: Pils (Nr. 1246)

Das heute wird wieder mal eine Kolumne im Stile von “Bist du noch nicht langsam durch mit allen fränkischen Bieren?“. Den Satz höre ich ja nicht nur von Bier-Laien immer wieder mal. Die Frage, was und wie viel noch fehlt, liegt schon auf der Hand, wenn man erzählt, dass man in den letzten Jahren über mehr als 1200 Biere aus Franken geschrieben hat. Gleich danach kommt dann meist die Frage, ob es nicht langsam langweilig werde.

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Ich beantworte mal zuerst die Frage, ob ich nicht bald dertig würde. Nein, werde ich nicht. Tut mir leid, ihr müsst noch weiter durchhalten. Das Projekt wird noch ein wenig laufen …
Zum einen fehlen mir noch dierse kleine Gasthausbrauereien komplett. Da ist halt immer das Problem, dass ich erst mal hinkommen muss. Aber ich habe mir für dieses Jahr fest vorgenommen, häufiger mal Exkursionen zu solchen (versteckten) Schätzchen zu machen. Zum anderen fehlen mir auch noch einzelne Sorten von kleinen, mittleren und großen Brauereien. Und ich denke jetzt nicht nur an die ganzen Spezialbiere wie Bock, Osterbier, Weihnachtsbier usw. Nehmen wir zum Beispiel mal ganz einfache Pilsner-Biere. Als ich das Projekt begonnen hatte, habe ich über viele Biere aus “meiner Umgebung” geschrieben, also aus dem westlichen Oberfranken, der Fränkischen Schweiz usw. Aber damals hatte ich mir lieber Dunkle, Kellerbiere oder helle Lager vorgenommen. Pils war damals nicht so mein Bier. Das hat sich im Laufe der Zeit geändert. Mittlerweile greife ich gerne mal zu einem guten Pils. Bzw. überhaupt zum Pils, denn ob es gut ist, muss sich ja noch zeigen.

Beim Friedmann Pils aus Gräfenberg hatte ich die Qual der Wahl, ob ich es in der 0,5er “Europulle” oder der 0,33er Gourmetflasche mitnehmen soll. Gewonnen hat die Gourmetflasche, weil ich das Etikett so herrlich nostalgisch finde. Und weil mir solche Etiketten Lust auf ein Bier machen. Wenn “retro”, dann so!friedmann-pils

Mit seinen 5,2 % liegt es ein wenig über dem Pils-Durchschnitt. In der Farbe und der Optik ist es aber ein ganz ordinäres Pils. “Ordinär”darf man jetzt nicht negativ verstehen. Wenn es wie ein typisch fränkisches Pils riecht, kann man das durchaus gut finden. Allerdings muss man bei einem so “typischen” Geschmack Abstriche machen. Besonders außergewöhnlich fand ich das Friedman Pils nämlich nicht. Ordentlich, aber eben nichts Besonderes: Getreidige Strohnoten, eher weniger fruchtig in seiner Hopfigkeit, ein wenig grasig … es trinkt sich angenehm, ein ganz leichtes Butteraroma darf so ein Pils auch haben, zumal es zum getreidigen Gesamteindruck passt.

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Zu einer Top-Platzierung reicht das für mich nicht. Da fehlt es dem Friedmann Pils ein wenig an einem ausgeprägt fruchtigen Hopfenaroma und an knackiger Herbe. Da ändern auch die Flasche und das Etikett nichts daran. Obwohl ich die Kombination aus Gourmetflasche und Retroetikett richtiggehend “bombig” finde.
“Fertig” bin ich mit der Brauerei Friedmann nach dem heutigen Pils übrigens immer noch nicht. Das Weizen wartet gerade auch in meinem Testpool auf den richtigen Moment. Es geht also noch ein wenig weiter! Und langweilig wird es auch noch nicht …

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