Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Greif/Forchheim: Hopf Star (Nr. 1946)

Ok., Freunde, ihr seht mich ein wenig verwirrt. Dass es bei den Brauern, vor allem bei den Craft Brauern, ausgesprochene Trendhopfen gibt, war mir klar. Das kann man jedes Jahr auf den diversen Brau- und Biermessen immer wieder erleben. Aber gibt es gerade wieder einen Mandarina Bavaria-Boom? Oder täuscht mich der Eindruck, weil ich gerade zwei fränkische Biere mit diesem Hopfen nacheinander verkostet habe.

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Das letzte Bier des Tages, das neue Rotbier vom Müller aus Debring bekam seine untergründige Fruchtnote unter anderem vom Mandarina Bavaria. Und jetzt steht als  neues Greif Hopf Star aus Forchheim – auch wieder gehopft mit Mandarina Bavaria. Gebraut wurde das Hopf Star übrigens für den Tag der offenen Brauereien, der erstmals 2016 im Rahmen der 500-Jahre-Reinheitsgebot-Feierlichkeiten stattfand. Bei der Idee denkt man natürlich sofort an den Tag der offenen Brennereien, der in der Fränkischen Schweiz Kultstatus hat. Meinetwegen könnten sich die Forchheimer daran ein Beispiel nehmen: Jedes Jahr ein Tag der offenen Brauereien und beim Greif jedes Jahr ein neues Hopf Star.

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Beim Hopf Star (2016) handelt es sich um ein fränkisches Kellerbier, das mit Mandarina Bavaria kaltgehopft wurde. Die Idee ist nicht neu, man brauche sich nur mal die kaltgehopften Kellerbiere von Andreas Gänstaller anzusehen. Und wenn Sigmund Brockard vom Greifenklau in Bamberg Zeit und Muse hat, stopft er auch mal ein paar Fässer von seinem Bier mit modernen Hopfensorten. Mit seinem Bock macht er es ja für den 6. Januar sowieso. Und dann ist da nicht zuletzt die Green Monkey-Serie der Klosterbrauerei Weißenohe, bei der es auch eines mit Mandarina Bavaria gibt. Also könnte man meinen, die Franken hätten sich langsam an solche Biere gewöhnt. Denkste, wenn man die Reaktionen auf der Facebook-Seite der Brauerei Greif ansieht. Da kommt der unvermeidliche Kommentar, dass man in Franken sowas nicht brauche. Allgemein überwiegt aber das Interesse. Und der Bräu vom Greif hat ja auch alles richtig gemacht. Er hat das Bier nämlich nicht so brachial gestopft bzw. mit Mandarina Bavaria einen nicht zu aufdringlichen Hopfen ausgewählt. Das lässt dem hellen Kellerbier-Charakter Raum und erweitert ihn um eine schön fruchtige Note. Keine “Hopfenbombe”, das muss man gleich dazu sagen, denn beim Namen Hopf Star bekommen Craftbier Fans schnell feuchte Augen und erwarten genau das. Man muss sich nur mal die ersten Rezensionen zu diesem Bier auf ratebeer durchlesen. Das Greif Hopf Star ist für den fränkischen Gaumen gemacht. Und den trifft es! Wenig Bittere, ein weicher, hefiger und fruchtiger Körper … Bassdd scho!

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Wenn ich mir was wünschen dürfte, würde ich mir wie gesagt jedes Jahr eine neue “Edition” des Hopf Star wünschen. Und jedes Jahr mit einem anderen Hopfen. Und dann, wenn sich die Forchheimer daran gewöhnt haben, gerne ein wenig mutiger und ausgefallener.

1 Kommentar

  1. 9. Oktober 2016    

    Greif Hopf Star hatte ich im Frühjahr zur Probe. War eine echte Enttäuschung.
    Greif hat vermutlich mehr Geld für das schicke Etikett ausgegeben als für den MB Hopfen.
    Und der Verkaufspreis war ca. das Doppelte vom “normalen” Kellerbier.
    Wird so kein Renner…

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