Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Hütten/Warmensteinach: Hell (Nr. 1245)

Woran erkennt man eigentlich einen guten Getränkemakt? Oder einen guten Bierladen? Gibt’s das überhaupt? Einen richtig guten Bierladen? Was müsste er alles führen? Was dürfte es auf keinen Fall geben?

Was Getränkemärkte angeht, bin ich ja ein wenig verwöhnt. Mein Stammladen ist das Aquatron in Bamberg. Das ist ein Laden, den ich guten Gewissens weiterempfehlen kann. Zur Bocksaison gibt es eine nicht ganz kleine Auswahl an Weihnachst- und Bockbieren, auch das Standardsortiment lässt wenig zu wünschen übrig. Der Inhaber ist kompetent und kennt sich in seinem Sortiment (und nicht nur dort) gut aus. So sollte es sein. Daneben ist hier sind auch Sagasser/Frankenland und Fränky-Märkte zu erwähnen. Auch die REWE-Getränkemärkte machen sich immer mehr. Dort findet man zwar auch mehr Industriebier als in freien Getränkemärkten, aber daneben gibt es auch echte Schätzchen vom Land. Will ich mir irgendwo in Franken einen schnellen Überblick über die gängigen Biere/Brauereien machen, ist so ein REWE-Getränkemarkt ganz nützlich. Allerdings haben all diese Getränkemärkte mehr oder minder dasselbe Problem. Sie bilden immer nur einen kleinen Ausschnitt einer Bierregion ab. Und nicht selten sind sie auf eben jene Region und vielleicht noch ein paar angrenzende Ecken “beschränkt”. Sucht man in Bamberg zum Beispiel nach unterfränkischen, westmittelfränkischen oder nordostoberfränkischen Bieren, wird es schon mau.

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Dabei gäbe es auch dort interessante Biere. Wenn ich mir die Brauerei Hütten in Warmensteinach/Hütten z. B. anschaue, dann merke ich, dass mir da noch ziemlich viel fehlt. Das Märzen , das Dunkle  und das Weizen hatte ich schon mal, das Helle kommt heute hinzu – die Biere hatte ich im Nürnberger Landbierparadies gefunden. Noch so ein Laden, den man guten Gewissens weiterempfehlen kann. Wobei das Helle jetzt sicher nicht das interessanteste Bier der Brauerei ist. Farblich fällt auf, dass der satte Goldton fast schon an ein Märzen erinnert. Dem gegenüber stehen aber ganz zahme 4,9 %. Das Aroma ist mehrheitlich getreidig. Auf der Zunge wirkt es ein wenig würzig, zeigt sich fein gehopft, ohne aber bitter nach hinten auszulaufen. Die erwähnte Hopfennote ist gefällig, das Bier nicht schwer, dafür ordentlich süffig. Nicht zu mild, nicht zu süß, nicht zu herb, aber gut!

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Ein Blick auf die Homepage verspricht aber neben den schon erwähnten Sorten natürlich noch ein (unvermeidliches) Pils, ein Zwickel, ein normales und ein leichtes Weizen und – jetzt wird’s wirklich interessant – einen Zoigl! Diese eigentlich oberpfälzer Biersorte findet sich an den nordöstlichen Rändern Oberfrankens auch noch bei der Brauerei Nothaft in Marktredwitz. Ein guter, richtig guter Getränkeladen für fränkisches Bier sollte durchaus auch einen fränkischen Zoigl haben. Und zum Vergleich vielleicht auch noch einen aus der Oberpfalz. Aber bei der durchschnittlichen Haltbarkeit der Biere und der Beschränktheit vieler Kunden auf Standardsorten erwarte ich da vom idealen Getränkeladen sicher zu viel. Aber träumen wird man noch ein wenig dürfen …

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