Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Kaiserhof/Kronach: Schmäußbräu (Nr. 247)

Der Nachteil am Bier des Tages ist, dass einen in der eigenen region wenig überrascht, weil man im Laufe des Jahres schon so einiges durchprobiert hat. Allerdings stolpert man dann und wann doch nochmal über ein neues Bierchen, wie das Schmäußbräu von der Kaiserhof aus Kronach. Der Landkreis Kronach wurde ja unlängst von der Meldung “erschüttert”, dass die Jahn-Bräu aus Ludwigstadt Insolvenz anmelden musste. Also schnell eine Flasche gegriffen und Kronach getestet, solange es noch steht … (Frei nach dem alten Geier-Sturzflug-Song “Besuchen Sie Europa, so lange es noch steht”)
Nicht nostalgisch werden, das ist das Bier ja schon. das Schmäußbräu bezieht sich auf das Recht der Kronacher Oberstädter auch außerhalb der Brausaison (Michaeli bis Georgi) ein Bier zu besonderen Anlässen zu brauen. Also immer dann, wenn es etwas zum Schmaußen gibt.

313156_249162105125053_1005083228_n
infranken.de gegenüber erklärte der Brauer, dass dabei neben Pilsner Malz auch dunkles und leichtes Rauchmalz verwendet werden. Na das klingt schon mal interessaant. Und optisch macht das Schmäuß auch etwas her: das dunkle, bräunliche Bernstein, die großen CO2-Blasen, der grobporige Schaum. Ja, das hat was. Die Nase stutzt dagegen. Den Malzgeruch übertönt etwas, so eine Art Alkohol- oder Säuregeruch. Vielleicht kommt der vom vielen CO2? Egal, Biere trinkt man ja nicht mit der Nase, obwohl die für das Geschmacksempfinden sehr wichtig ist.
Geschmacklich ist es o.K. Malzig baut sich der Antrunk auf, eher mild. Die dunklen Bitterstoffe und Aromen blitzen hier und da nur mal so auf. Da gibt es wesentlich trägere und schwerere Dunkle. Aber der geringe Alkoholgehalt von 4,5% macht schon deutlich, dass es insgesamt mit weniger Malz eingemaischt wurde, wie auch der Brauer erklärt.
Eigentlich ist es ganz nett, das Schmäußbräu. Nun, keines der Biere, die ich in die Top-Ten dieses Jahres einordnen würde. Aber auch kein Bier von dem ich abraten würde, wenn … ja, wenn diese komische Geruch nicht wäre, denn ähnlich wie bei manchen Weizen füllt der einem den Mundraum, bevor der erste Tropfen überhaupt erst die Zunge benetzt. Und dafür gibt es leider Punktabzüge.
Aber vielleicht geht es ja nur mir so – oder mein Exemplar hatte schon einen Stich. Denn in einschlägigen Biertest-Foren bekommt das Schmäuß eigentlich gute Kritiken.

Hmm, ich werde wohl mal demnächst einen Zweittest durchführen müssen.

Zur Zeit keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Was war wann?

November 2017
M D M D F S S
« Okt    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Mehr Lust auf Bier & Buch aus Franken?