Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Kundmüller/Weiher: Zwickerla Hell (Nr. 1930)

Bisher war ich ja alles andere als ein klassischer Blogger. Das erkennt man schon alleine daran, wie “amateurhaft” die Bilder hier bei bier-scout.de und beim Bier des Tages sind. Dabei lernt man doch als erstes, dass es auf die Bilder ankommt, weil die als erstes wahrgenommen werden und den Leser überhaupt erst zum Lesen animieren. Weshalb jeder gute Blogger als erstes in eine hochwertige Fotoausrüstung zu investieren hat.

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Dem Diktat will ich mich zwar nicht völlig beugen, aber ich habe mir jetzt auch mal ein kleines “Self-Made-Lichtwürfel” gebastelt, um die Fotos wenigstens ein wenig “professioneller” wirken zu lassen. Und natürlich habe ich mir gleich mal ein neues Bier ausgesucht, um das neue Equipment auszuprobieren. Wie gut, dass es seit Neuestem von der Brauerei Kundmüller aus Weiher ein neues Bier gibt, das Zwickerla Hell.

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Auf den ersten Blick könnte man beim Zwickerla Hell aufstöhnen: Nicht noch ein “Retro-Helles” in der Euroflasche. Der Markt ist voll von Augustiner- und Tegernseer-Klonen, hellen Vollbieren bayerischer Prägung, die sich nicht gerade durch geschmackliche Eigenständigkeit auszeichnen. Und jetzt noch eines? Ausgerechnet von einem meiner Lieblingsbrauer in der Region?

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Aber halt! In der Euroflasche mit dem Retro-Etikett steckt viel mehr als nur ein einfaches Helles! Der Name “Zwickerla” deutet es ja schon an, das Bier ist unfiltriert. Wobei die Hefe mit viel Gefühl ordentlich aufgeschüttelt werden will, in meiner Flasche hatte sie sich so fest abgesetzt, dass man das Bier auch klar ins Glas bekommen hätte. Hat man die hefe aber erstmal im Glas und hat sie sich dort verteilt, gibt sie dem Bier das typische helltrübe Aussehen. Hmm, sieht immer ein wenig “strange” aus, ein wenig rötlicher gefällt es mir persönlich besser.

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So, und wie schmeckt dieses Zwickerla von der Brauerei Kundmüller aus Weiher jetzt eigentlich? Interessant kernig. Ganz ehrlich, weiter könnte der Geschmack dieses Hellen gar nicht von einem bayerischen Hellen entfernt sein. Und das liegt nicht nur an der Hefe, die dem Bier ihre eigene Note aufdrückt. Von Anfang an hat man ein deutliches Hopfenaroma – Spalter Select und Perle erwähnt das Etikett – auf der Zunge. Kein Vergleich zu all den anderen “neuen Hellen”. Eine feine Malzsüße mischt sich mit fruchtigen Elementen, die zum Sommer passen, und einer im ersten Moment durchaus ein wenig kernigen Bittere. Überhaupt hat das Bier durchaus etwas “ländliches”, leicht “ungehobeltes”. Zumindest für ein “neues Helles”. Die sind ja leider viel zu oft weichgespült und glattgebügelt. Wer es mild und “einfach” mag, wird hier nicht bedient. Gott sei Dank, muss man sagen. Das Zwickerla will ja kein weiteres “bayrisches Helles” sein, sondern ein fränkisches. Und das hat Charakter.

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