Gestern hatte ich das Huppi Zwckel, ein recht mildes, eher malzweiches Bier. Jetzt weiß ich, dass das viele Leute gerne trinken. Allerdings finden sich in meinem Bekanntenkreis – und wohl im gesamten Frankenland auch – auch echte „Hopfenfreunde“. Da darf ein Bierchen ruhig mal herb, wenn nicht sogar bitter, die Kehle hinunterrinnen. …Und das höchste der Gefühle ist es, wenn genau jener grasig-grüne Geschmack nach dem letzten Schluck noch eine Weile im Mund stehen bleibt. Für solche Leute ist das Huppi Zwickel natürlich eher ungeeignet. Damit sich also all meine „Pils- und Export-Freunde“ hier nicht unterrepräsentiert fühlen, habe ich mich überwunden und das Ellertaler Zwick’l getestet.

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Wobei „überwunden“ jetzt gemein klingt, denn das Ellertaler Reh-Bier ist alles andere als schlecht. Und verglichen mit dem Hellen vom Reh kann ich auch sagen, dass die Biere der Brauerei ihren eigenen Charakter besitzen und eigenständig sind. Nur beziehen sie diese Eigenständigkeit aus ihrer Hopfigkeit – und die ist nicht ganz so mein Fall.
Schenkt man es aus der Flasche ins Glas, sollte man sich die Zeit nehmen, die Hefe, die sich am Boden abgesetzt hat, mit aufzurütteln. Sonst verpasst man die satte Trübung dieses ansonsten goldgelben Bieres. Beim geruch zeigt sich dann schon, wes Geistes Kind dieses Bier ist: Zum deutlichen Hopfen gesellt sich eine feine Hefenote. Beim Geschmack fühlte ich mich sofort an das Helle erinnert. Nur, dass jetzt zur ausgeprägten Herbe noch die leicht weizige Hefenote dazukam.
„Ein Bier, wie wir es mögen“, wirbt das Reh-Bräu. Allerweltsgeschmack meinen sie damit sicher nicht. Auf der anderen Seite hat auch diese Brauerei ihre treue „Fan-Gemeinde“. Und das ist auch gut so. Was wäre Frankens Brauereilandschaft, wenn es zwar ca. 270 Brauereien gäbe, die einzelnen Biere aber austauschbar wären.