Wanderer, kommst du in den Spessart, so kannst du einiges erleben. Ja, ich weiß, im Spessart sind die Räuber, im Spessart stehen malerische Schlösser und erst recht Wirtshäuser. Und wo ein Wirtshaus ist, da gibt es auch ein Bier – obschon der Spessart ja in Unterfranken liegt und damit in Weinfranken. Ach, es darf natürlich nicht vergessen werden, dass es im Spessart Spechte gibt, heißt doch Spessart nichts anderes als Spechtswald.

goldspecht
Am südlichen Ausläufer des Spessarts, wo der Main nicht nur das Mittelgebirge, sondern auch Franken insgesamt begrenzt, liegt Kreuzwertheim mit der Spessart-Brauerei. Die ist nur „echt mit dem Specht“. Und so findet sich an so manchem Wirtshaus-Ausleger der grün-rote Wappenvogel von Brauerei und Region. Betritt man dann so ein Wirtshaus im Spessart, sollte man sich das Gold-Specht einschenken lassen. Dabei handelt es sich um ein Helles mit 5,2% Alkohol. „Gold“ ist in dem Fall keine werbeträchtige Floskel, denn anders als golden kann man die Farbe des Bieres nicht beschreiben. Richtig schick für ein Helles und fast schon wie ein Märzen. Der Geruch ist mild und ein wenig süßlich. Vom Geschmack her ist es richtig lecker: Süßlich und frisch im Antrunk, dann von einem kurzen Hopfen-Zwischenspiel begleitet, am Ende wieder mild und überaus süffig auslaufend! So ein Helles/Märzen darf, kann und muss man bedenkenlos empfehlen. Unter die Räuber fällt man im Spessart auch nicht mehr. Das Gold-Spechtchen kostete in dem Wirtshaus, in dem ich es mal getrunken hatte, gerade mal 2,10 Euro! Man muss nur damit leben können, es nur im 0,4l-Glas serviert zu bekommen. Man ist halt doch schon tief in Unterfranken. Das war aber wirklich der einzige Makel dieses Bieres, des Wirtshauses und des Spessarts insgesamt.