Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauhaus Schweinfurt/Schweinfurt: Alt-Schweinfurter Dunkel (Nr. 1167)

Ich hab‘ mal eine „blöde Frage“: Wie schenkt ihr denn ein Bier ein? Also ein ganz normales Dunkles, sagen wir mal. Ihr macht das doch genauso wie ich: Flasche öffnen, das mit kaltem Wasser gespülte Glas ungefähr in einem 45°-Winkel zur Horizontalen halten und das Bier erst mal langsam hineinfließen lassen. Beim Eingießen den Winkel zur Horizontalen langsam auf 90° erhöhen. Gegebenenfalls den Schaum, der sich gebildet hat kurz absetzen lassen, um dann „mit Schmackes“ ein schönes Schaumkrönchen aufzusetzen.

Quelle: http://www.ganz-einfach.com/wp-content/uploads/bier-einschenken_single.gif?dur=3433

So macht man das mehr oder minder bei jedem Bier. Gut, bei einem Pils kann man die Schaumkrone in zwei Phasen aufsetzen. Und bei einem Weizen rüttelt man die Hefe auf, bevor man das finale Schaumkrönchen aufsetzt. Was man bei einem Dunklen nicht machen würde – außer es wäre unfiltriert. Dann sollte man die Flasche nämlich auch vorher noch ein wenig in der Hand kreisen lassen. Schließlich sind die Trubstoffe bei einem unfiltrierten Bier geschmacklich wichtig. Aber dann sollte man das vielleicht auch so auf die Flasche schreiben, dass es auffällt, sonst produziert man „aus Versehen“ ein „Kristall-Dunkles“.   Alt Schweinfurt Dunkel3  

 

Also, liebes Schweinfurter Brauhaus, schreibt das bitte deutlicher aufs Etikett bei eurem Alt-Schweinfurter Dunkel. Es muss ja nicht GROSS vorne drauf stehen, aber warum versteckt ihr den Hinweis hinten im Kleingedruckten??? Nicht jeder liest das Etikett BEVOR er das Bier im Glas hat. Wenn es aber erst mal drin ist, ist es zu spät. Dann bekommt man das Depot nicht mehr aus der Flasche. Man kann ja schlecht wieder Bier zurückgießen …Alt Schweinfurt Dunkel2


Und wenn wir schon mal dabei sind. Wieso heißt das Bier Alt-Schweinfurter Dunkel??? Mehr als Bernstein ist das farblich nicht – vor allem im Vergleich zu dem Ur-Dunkel, das ich vor ein paar Jahren mal noch als Kellerbier Dunkel auf einer Speisekarte in Schweinfurt kennen gelernt hatte. Denn das war zwar auch unfiltriert, aber richtig dunkel. Aber darüber schreibe ich vielleicht morgen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Heute bleibe ich beim Alt-Schweinfurter Dunkel, dem eigentlich bernsteinfarbenen Kellerbier, das man mit Hefe ins Glas gießen sollte. Auf dem Etikett stehen 5,4 % Alkohol. Das ist schon mal ordentlich. Ordentlich ist auch das leicht röstmalzige, ansonsten aber eher hefige Aroma, das das Alt Schweinfurter Dunkel verströmt.Alt Schweinfurt Dunkel1

 

Auf der Zunge hat man Karamell, ein wenig Röstaromen und Hefe. Hintenraus wird es ein wenig bitterer, was sich aber in Grenzen hält. Allerdings kantet das Bier dadurch ein wenig auf die Dauer. Besser gefällt mir dagegen die feine Hopfenblume, die zwischen Karamell und Honig hervorblitzt. Ganz brauchbar, aber kein Knaller-Kellerbier.
Allerdings – und das muss man dazu sagen – ohne die Hefe wirkt das Bier nicht gerade besser. Also denkt daran:
Flasche öffnen, Glas im 45 °-Winkel zur Horizontalen ansetzen, Alt-Schweinfurter Dunkel langsam einfließen lassen und dabei das Glas immer steiler halten. Dann die Flasche kurz absetzen und die verbliebenen Trubstoffe sacht aufrütteln. Jetzt den Rest mit Schwung eingießen, so dass das Alt-Schweinfurt Dunkel Schaum UND Hefe hat. Und dann ist alles gut.

Zur Zeit keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Was war wann?

Mai 2018
M D M D F S S
« Apr    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Mehr Lust auf Bier & Buch aus Franken?