Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Felsenbräu Gloßner/Thalmannsfeld: Original 1516 (Nr. 1938)

Ich versuche mit dem Projekt Bier des Tages ein Beobachter und auch Portraitist der fränkischen Bierszene zu sein. Manchmal gelingt das besser, manchmal schlechter. Bei der Felsenbräu Gloßner habe ich das Gefühl, gerade genau ins Schwarze getroffen zu haben. Denn was man dort unter den Neuigkeiten findet, passt genau in alle Trends auf dem heimischen Biermarkt – zumindest auf den ersten Blick!

Quelle: http://solarbier-felsenbraeu.de/aktuell

Da gibt es drei neue Sorten in Euroflaschen mit Kronkorken. So weit nicht ungewöhnlich, schließlich boomt diese Flaschenform gerade wie verrückt. Bedenkt man aber, dass die Brauerei sonst eher auf Schraubverschlüsse als Alleinstellungsmerkmal setzt, ist das doch schon etwas Besonderes. Die drei Neuen heißen: Edelpils, Keller Märzen und Original 1516. Beim Edel Pils bin ich mir nicht sicher, wie neu das ist. Schließlich gibt es ein Edelpils in Schraubverschluss-Flaschen schon länger im Sortiment. Dass man sich als Festbier in letzter Zeit gerne mal auf ein Märzen besinnt, hatte ich schon in meiner Kolumne anlässlich des Lichtenfelser Bierfests und eines Sonderbiers aus Schammelsdorf geschrieben. Und dass sich Unfiltriertes, Kelleriges gerade gut verkauft, war diese Woche auch schon Thema.

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Bleibt das milde, bayerische Helle als letztes “Trendbier”. Und so wie es aussieht, soll das Original 1516 wohl  diesen Job übernehmen. Im ersten (und durchaus auch zweiten oder dritten) Moment überrascht das Original 1516 aber, weil es fast schon zu kernig und getreidig daherkommt. Zumindest, wenn man ein typisches Helles erwartet. Karamell und brotige Aromen füllen den Mundraum – und damit hat das Bier schon mal einen recht kernigen Charakter. Überraschend und auch ungewohnt – oder eben nicht erwartet. Das Ganze wird von erdigen Hopfenaromen flankiert.

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Ungewohnt interessant und ein Bier, in das man sich tatsächlich erst ein wenig hineintrinken muss, finde ich. Ein Kollege bei ratebeer.com nennt das “oldfashioned” und vergleicht das Bier mit dem einen oder anderen tschechischen Lager. Und ich bleibe ein wenig ratlos zurück: Eigentlich müsste es mir ja gefallen, wenn eine Brauerei dem allgemeinen Trend ein Bier mit einem eigenständigen Charakter entgegenstellt. Aber andererseits trifft das Original 1516 meinen Gaumen nicht so richtig. Ich muss mir möglichst bald mal das Keller Märzen besorgen. Märzen liebe ich nämlich, aber bei Märzen habe ich auch ein recht festes Geschmacksbild “vor Augen”. Mal sehen, ob es das trifft …

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