Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Gampertbräu/Weißenbrunn: Förster-Pils (Nr. 290)

Kürzlich hatte ich ja mal angemerkt, mich demnächst mehr den Pils-Bieren zu widmen. Schließlich sind die, wenn man sich so die Bildergalerie dieses Jahres ansieht, klar unterrepräsentiert. Dabei ist nicht jedes Pils gleich ein herber Hopfenhammer. Allerdings definiert sich der Geschmack eines Pilses ungefähr so: “Gerade und bitter, mit einem trockenem bis halbtrockenem Abgang. Moderate bis moderat niedrige, allerdings gut vergorene Malzsüße. Etwas getreideartiger Geschmack und Malzsüße ist akzeptabel. Hopfenbittere dominiert beim Geschmack und verbleibt bis zum Abgang, sowie im Nachgeschmack.” (http://kgbrauereien.org/biersorten/)

316505_266947133346550_778399122_n
Egal, wie amn es dreht oder wendet, der Bittergeschmack ist maßgeblich beim deutschen Pils. Die “Bitterkeit” misst man in IBU (International Bitter Unit) – und je nach Quelle liegt der IBU-Wert für ein typisches Pils zwischen 25 und bis zu 100. Der Durchschnitt liegt wohl so um die 45 oder 50 IBU. Die o.g. Homepage erklärt die große Bandbreite der Bitterwerte beim Pils so: “Moderne Beispiele eines deutschen Pilsner sind eher heller, trockener im Abgang, sowie bitterer, je mehr man von Süden nach Norden geht.”
Heißt das nun, dass ein Pils aus Frankens Norden herber ist als eines aus Frankens Süden? Dafür habe ich mal das Förster Pils vom Gampertbräu aus Weißenbrunn bei Kronach ausgesucht. Optisch und vom Alkoholgehalt ist es auf alle Fälle schon mal ein Muster-Pils. Auch der Geruch zeigt sich hopfenblumig. Da weiß man sofort, was man hat. Im Antrunk startet es mild und weich, bevor der Geschmack weiter ins Pilsig-Herbe driftet – aber nur ein wenig und nicht zu weit. Denn insgesamt bleibt es blumig, mild und eben nur leicht herb. Nett ist das Förster Pils und sehr trinkbar, finde ich. Aber ist es ein echtes Pils? Den Abgang kann man allenfalls halbtrocken nennen, “gerade und bitter” eigentlich gar nicht. Norddeutsche Pilsfreunde werdem dem Förster Pils daher eher wenig abgewinnen können. Tiefer im Süden der Republik liegt es dafür eher auf Linie. Schaut man sich dieses Bier in manchen Biertest-Portalen an, kann man anhand der Bewertung fast schon sagen, wer aus dem Norden und wer aus dem Süden kommt. Mir persönlich kommt ein niedrigerer IBu-Wert eher entgegen. Mir hat’s geschmeckt.

Zur Zeit keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Werbung: Bamberger Biersymposium

Biersymposium Biersymposium Klick aufs Bild zum Vergrößern. Anmeldungen zum Biersymposium hier .

Was war wann?

September 2017
M D M D F S S
« Aug    
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930  

Archive

Kategorien

Mehr Lust auf Bier & Buch aus Franken?