Beim Begriff Rauchbier denkt man ja an so manches. An das schwere, dunkle Schlenk, dass man in der Sandstraße im Durchgang oder vor dem Wirtshaus so schön „stehgammeln kann. Oder vielleicht denkt man an den Stammtisch beim Spezi, wo man so einen schönen Went gekartet hat. Gut, die meisten denken wohl an Schinken, Speck und Räucherfleisch.
Oder man denkt an Violette Seidenpyjamas auf Eisbärfell vor einem langsam und still vor sich hinglimmenden Kaminfeuer …
WAS???

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Ja, ich weiß, das ist jetzt verrückt und ich kann mir ja auch nicht helfen. Vielleicht sollte ich auch mal mit einem Seelenklempner reden, aber mal ehrlich, was kommt euch denn so in den Sinn, wenn man sich das Etikett vom Rauchbier der Hausbräu aus Stegaurch anschaut … Die Farbe ist ja schon arg gewöhnungsbedürftig. Aber nur die Farbe vom Etikett, denn die Farbe vom Bier ist wieder so, wie man es erwartet: Schwer dunkel, fast schon schwarz steht es da. Säuselnde Musik und Eisbärfell? Vergessen! Das hier wird sicherlich ein schweres, kantiges Rauchbier. Denn auch die Nase erschnuppert schon ziemlich viel Schinkenaroma. Also hoch den Krug und rein …
Hmmmm, … Im ersten Augenblick meint man wirklich zu spüren, dass sich eine Rauchwand im Mund aufbaut und macht sich innerlich schon auf ein lang anhaltendes Rauchfinish gefasst. Außerdem sind da die Röstmalze, die dem Bier neben der Rauchigkeit auch noch eine kantige Herbe bescheren. Doch dann … verdünnisiert sich das alles fast komplett, um nicht zu sagen: Dann löst sich der Rauch in Rauch auf! Das ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, der heftige Antrunk und der dagegen fade Körper und das fast schon leicht süßlich aufblitzende Finish. Definitiv bleiben die Bitterstoffe aus den Röstmalzen und vom Hopfen länger im Mund stehen als das Raucharoma. Irgendwie doch wieder wie Musik, aber eher wie Creams „strange brew“ als Robbie Williams‘ und Nicole Kidmans „something stupid“. (Denn daran erinnert mich das Etikett, jetzt weiß ich’s!)
Als Schulnote würde ich ihm ne 3 geben. Es ist schon in Ordnung, aber es ist eben nicht „gut“, zumindest nicht für meinen Gaumen und meine Augen …