Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Hütt’n/Nürnberg (Lohnbräu): Hausbräu Hell (Nr. 1450)

Reden wir heute mal über Biermarken. Also nicht die Freibiermarken, mit denen sich die “Freibiergesichter” auf allerlei Keras und Volksfesten in besinnungslose Seligkeit trinken. Auch nicht die runden oder oft auch sechseckigen Jetons aus Metall, die beim Bestellen und Abrechnen in einer Brauereigaststätte Verwendung finden. Oder leider immer seltener Verwendung finden. Das wäre ein Thema für sich und irgendwann, wenn es mal passt, schreibe ich auch darüber.

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Aber heute soll es um Biere gehen, hinter denen keine Brauerei steht, sondern eben eine “Marke”. Sowas gibt es in Franken genauso wie überall sonst auf der Welt. In letzter Zeit kommt es mir sogar so vor, als würde die Zahl der Biermarken ansteigen. Vielleicht nehme ich sie auch durch dieses Projekt mehr wahr. Wer weiß? Jedenfalls ist es mittlerweile fast schon schick, sich als Restaurant oder Hotel sein eigenes Bier brauen zu lassen. Das ist hierzulande nicht anders als anderswo. Zwar bräuchte das keine Kneipe in Franken, schließklich gibt es genügend Brauereien mit wohlklingenden Namen und noch besser schmeckenden Bieren. Aber wenn es dan doch gemacht wird, dann muss das nicht Schlechtes heißen. Wenn sich zum Beispiel die Gaststätte Hütt’n in Nürnberg drei Hausbiere brauen lässt, dann könnte man darüber eigentlich mit dem Kopf schütteln. Schließlich ist die Bierkarte der Hütt’n alles andere als schlecht!

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Also habe ich mal gefragt, von wem denn das helle Hausbräu käme. Als Antwort bekam ich “von der Brauerei Fischer”. Nun sind die Greuther Fischer-Biere alles andere als schlecht. Und ob ich so ein Fischer-Bier jetzt so oder so bekomme, stört den Genuss überhaupt nicht. Das hell-trübe Bier war jedenfalls weich und rund, hatte eine angenehme Süße und eine sehr zurückhaltende Herbe. Ach ja … und süffig war es, sehr süffig. Gerade aufgrund des Hefearomas und der feinen Citrusnote hat das Bier gefallen. Und die 5,2 % tun natürlich auch ihr übriges. Das gibt’s wohl auch nur in Franken, dass selbst die Biermarken von kleinen und feinen Landbierbrauereien kommen. Kein 0815-Industriemist! So soll es sein.

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Recherchiert man übrigens ein wenig im Netz, findet man auch noch andere Quellen fürs Helle in der Hütt’n. Auf untapped wird es als Rittmayer-Bier gelistet, auf ratebeer als Nikl. Wahrscheinlich lässt man wohl je nach Kapazität oder Preis hier und da brauen. Schlechte Brauereien sind da aber nicht dabei. Auch nicht beim Pils, bei dem auf der Karte sogar Rittmayer steht oder beim dunklen, das je nach Jahreszeit auch vom Fischer aus Greuth oder vom Sauer aus Rossdorf kommen soll. Für uns Franken sind das alles sozusagen “Markenbiere”. 😉

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