Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Landwehr Bräu/Reichelshof: Dunkler Bock (Nr. 289)

Da hat die Bockbierzeit begonnen und ich schlage mich mit Rauchbieren usw. rum. Schon schöb blöd. Ich sollte mich wirklich den Bockbieren zuwenden. Ein Bock, den es seit 12. Oktober wieder gibt, ist der dunkle Bock vom Landwehrbräu in Reichelshofen. Das ist ein nettes kleines Böcklein, das es in 0,33er Flaschen zu kaufen gibt. Mit Bockbieren ist das ja so eine Sache. Wann trinkt man denn eigentlich einen Bock? Gut, zum Essen kann man das immer machen. Der Weihnachtsfestbraten eignet sich da besonders, denn nach Gans, Klöß Blaukraut und Bock kann man so herrlich auf em Sofa ins Klöß-Koma fallen, weihnachtliches Besinnungsfernesehen an einem vorbei ziehen lassen und mit der Hand grade mal noch so den Plätzchenteller erreichen. Aweng was geht immer noch.
Gut, natürlich trinkt man den Bock auch beim Bockbieranstich. Dabei sogar meist mehr, als gut für einen ist – sofern nicht so viel los ist, dass man kaum ein Bier bekommt. Aber einen ganzen Abend nur Bock trinken? Das macht kaum einer, als Trinkbier ist er zu stark.
BierSommeliers empfehlen Bockbiere je nach Stärke und Hopfung gerne als Aperetif oder zum Dessert. Vor dem Essen verbietet sich aber fast schon von selbst ein ganzes Seidla Bockbier. Und nach dem Essen, wenn je nach Anzahl der Gänge und Wartezeit das Filzla ein paar Striche zeigt, muss es auch kein ganzer mehr sein. Der 0,33er Bock ist da nur die logische Konsequenz.

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Mit seinen 6,6% ist der dunkle Bock aus Reichelshofen angenehm leicht. Da warten noch ganz andere Kaliber auf ihre Verkostung. Farblich rot-braun und malzig-süß im Geruch ist er auch. Das ist nett und passt. Wobei das mit der Süße bei den Böcken ja so eine Sache ist. Zu süß darf er nicht sein, sonst wird er pappig. Zu viel Hopfen bekommt ihm aber auch nicht, sonst läuft er nur noch ins Bittere aus … Dieser Bock macht das ganz geschickt, wobei er zeitweise fast zu sehr in Richtung Malzbier tendiert. Da hat es die leichte Hopfenherbe ein wenig schwer, das immer zu korrigieren. Sonst aber tadellos: dunkelmalzig, ganz leichte Röstnoten, ein wenig Hopfenherbe. Passt!
Allerdings schmeckt er viel leichter, als er eben tatsächlich ist. Vielleicht auch ein Grund, ihn in kleineren Flaschen anzubieten. Sonst käme jemand vielleicht echt noch auf die Idee, zu viele ganze Seidla davon zu trinken …

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