Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Schwind Bräu/Aschaffenburg: Export (Nr. 186)

Als Franke hat man es wirjklich nicht einfach! Man lebt zwar z. B. wie ich in Mitten des Himmels der Bierliebhaber, aber von den Rändern des gefühlten eigenen Bundeslandes wird einem von diesem oder jenem leckeren Trunk berichtet – und man kommt nicht an den ersehnten Gerstensaft ran. Nun ja, mag so mancher einwenden: Warum muss ich als Oberfranke unter- oder mittelfränkisches Bier trinken. Es gibt doch genug vor der eigenen Haustür. Generell stimmt das ja, aber … erstens bin ich neugierig und zweitens gehört Aschaffenburg seit Bayerns und Napoleons Zweckbündnis eben auch zu Franken. Und biertechnisch ist das ganz gut so. Nein, nicht wegen Eder&Heylands Großbrauerei, der man zumindest das nette Schlappeseppel zu Gute halten kann. Ganz Aschäbärsch ist von diesem Bier überschwemmt? Nein, nicht ganz. Denn der Ortsteil Schweinheim beheimatet die letzte überlebende Aschaffenburger Brauerei, das Schwindbräu.

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1987 hätte es mit der Aschaffenburger Bierseeligkeit auch schon vorbei sein können, aber da kaufte ein Bauunternehmer die Brauerei und tat nicht das, was man hätte befürchten können: abreißen und mit Wohnungen bebauen. Auch dieses Schicksal ging an der Schwindbräu vorbei und dank der neuen Investitionen erhalten Schwind-Biere regelmäßig Goldmedaillen der CMA. Die Frage ist nur, ob sie die auch zu Recht bekommen.
Mir ist eine (kleine) Flasche vom Schwind Export von einem echten Schweinheimer in die Hand gedrückt worden, es sei sowieso besser als “das andere Bier”. Optisch gibt es sich auf alle Fälle keine Blöße: satt-golden mit feinem Schaum und viel perlendem CO2. Prädikat: sehr schön! Der Geruch ist hellmalzig und weich. Bei einem export erwartet man da ja eher auch Hopfen, der geruchsmäßig aber keine Rolle spielt. Auch hier passt alles.
Zum geschmack: Hach, es schmeckt gut! Malzig-weicher, leichter Antrunk, hinter dem der Hopfen feinbitter kurz hervorlugt. Dann aber läuft es wieder malzig-weich die Kehle hinunter. Echte Export-Trinker mögen hier nörgeln, der Hopfen käme zu kurz. Ich allerdings muss sagen, dass es mir genau deswegen einfach nur geschmeckt hat. Der Wermutstropfen bei der Geschichte: Es war nur eine 0,33L-Flasche und Aschaffenburg ist soweit weg.
Vielleicht wäre es doch besser gewesen, nur die Biere vor der eigenen Haustür zu testen … ;-)

 

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