Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Eller/Birkach am Forst: Birkacher Vollbier (Nr. 391)

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten auch in diesen Krisenzeiten. So lässt die sauerländische Veltinsbrauerei gerade verlauten, dass nach ersten Branchenschätzungen der Bierkonsum in Deutschland mit 107l/Kopf nicht weiter gesunken sei. Das letzte Mal hatten wir einen leichten Anstieg 2006 zur Fußball-WM, wenn ich mich richtig erinnere. Wobei der bierliebende Franke da eh nur den Kopf schütteln kann, denn mit 214 Seidla kommen wir höchstens bis in den Sommer, wenn überhaupt. Und so gibt es in der Jubelmeldung auch für uns gleich wieder einen Wermutstropfen: Veltins selbst konnte um 4,2% zulegen und setzte im vergangenen Jahr 269 000 000 Liter ab. Also am stabilen Bierkonsum hatte ich sicher ein wenig Anteil, aber am Veltins-Ergebnis sicher nicht!
Aber man muss ja nicht unbedingt mehr Bier trinken, so lange man gutes Bier trinkt und die heimischen kleinen Brauereien dadurch unterstützt – zum Beispiel eine wie die Brauerei Eller aus Birkach am Forst im Coburger Land. Nachdem Coburg ja selbst als Braustandort dieses Jahr endgültig von der Kulmbacher verlassen wurde und das Coburger Sturm- und Scheidmantel-Bier nun auch in Kulmbach gebraut werden, hat das Coburger Umland Unterstützung in Sachen Bier nötig. Wobei wir hier nur vom Konsum reden, denn brauen kann man im Coburger Land durchaus.

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Da ist wie gesagt dieses Birkacher Vollbier mit seinen 4,5% Alkohol. Altgolden in der Färbung und mit feinstporiger Schaumkrone. Der Geruch ist hellmalzig mit einer feinen Sur Hopfen. Der Antrunk ist frisch, weich und leicht süßlich, bevor sich im Mund der würzige Körper aufbaut. Wobei “würzig” nicht einfach platte Herbe meint, sondern einen bierig-ausgewogenen Geschmack, für den die Hopfenbitterstoffe und das würzige Malzaroma gleichermaßen verantwortlich sind und der mit feinem Hopfenaroma gekrönt ist. Im Abgang kommt besagte leichte Hopfenherbe zum Tragen. So sieht ein gut austariertes und vor allem auch ausgeprägtes Trinkbier aus. Dass es vom Birkacher Bier auch gerade mal 2000 Hektoliter pro jahr gibt, macht das ganze noch sympathischer.
Mein Fazit für heute: Man muss nicht unbedingt mehr Bier trinken, aber dafür mehr gutes fränkisches!

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