Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Sauer/Gunzendorf: Gunzendorfer Vollbier (Nr. 321)

Eigentlich wollte ich ja in der Woche vermehrt dunkle Biere vorstellen. Das passt so schön in die Novemberzeit mit Regen und Wolken und nasskalt ist es auch. Da setzt man sich zu Hause auf die Ofenbank, wenn man noch eine hat, und gönnt sich ein schönes, schweres dunkles Bier. Das wärmt und nährt einen und macht, wenn es ein schweres Dunkles ist, auch so schön tranig, dass man gleich wieder ins Bettchen krabbeln möchte, wo es warm und gemütlich ist im gegensatz zu draußen. Und was macht das Wetter? Sonne, Sonne satt. Ja ist das ein November? Wir sind in der Woche vor’m ersten Advent, überall bauen sie die Budenstädte auf und hängen die Straßen mit Tannengrün und Lichtern voll … und du meinst, du müsstest schnell nochmal den Grill anwerfen und die letzten Sonnenstrahlen für ein Outdoor-Bier nutzen. Und das muss ja wohl ein Helles sein, wenn das Wetter so schön ist.
Von der Brauerei Sauer aus Gunzendorf gibt es z. B. ein recht gefälliges Helles. Der Sauer in Gunzendorf ist vielen Oberfranken ja nicht nur als Brauerei sondern auch als Tanzschuppen ein Begriff. Für’s Schwofen in Gunzendorf bin ich aber mittlerweile zu alt – wobei man sowas ja nie weiß. Irgendwann ist man vielleicht auch wieder alt genug, um irgendwo auf peinliche Art den Körper in rythmischen Verrenkungen zur Musik zu bewegen.

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Zurück zum Bier: Das Helle hat 4,9 %, lässt sich also auch in der prallen Novembersonne (Ist das jetzt der Klimawandel???) genießen. Farbig ist es schön golden, aber das sieht man ja. Der Geruch ist nicht zu intensiv, eher leicht hellmalzig-bierig. Geschmacklich ist es ein gutes helles Vollbier: Der malzige Grundkörper, der spritzig frische Mittelteil und das leicht herbe Finish geben eigentlich alles her, was so ein helles Vollbier braucht. So wie man es kennt, so wie man es mag, so wie man es drinnen und draußen trinken kann … Und auch bei dem Bier muss man sagen, dass sich auch bei längerem Genuss nicht unbedingt eine “Hopfensperre” aufbaut. Denn der Einsatz des Bitterstoffs ist auch hier mit Augenmaß dosiert. Wenn man mag könnte man davon auch im zweistelligen Bereich trinken. Was jetzt kein Aufruf zum übermäßigen Konsum sein soll – aber man weiß ja nie, wie lange das mit dem Grillen/Feiern so geht.
Alles in allem ein nettes, gefälliges Bierchen – nichts zu Spezielles, aber auch nichts Schlechtes. Und wer weiß, vielleicht klappts nach dem dritten auch wieder mit dem Tanzen?

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