Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Kulmbacher Brauerei AG/Kulmbach: Kapuziner Alkoholfrei (Nr. 85)

Ok, ich geb´s ja zu … die Fastenzeit zieht sich und das montägliche Alkoholfreie … will auch nicht mehr so ohne weiteres runter. Also mal was Neues: ein alkoholfreies Weizen. Finden sich alkoholfreie Varianten vom Pils noch von einigen Brauereien, sind die alkohofreien Weizen schon seltener. Und dann gibt es da ja die fast übermächtige bayerische Konkurrenz. Das Erdinger Alkoholfrei ist ja schon ein Maßstab und gilt nicht zu Unrecht als eines der besten alkoholfreien Weizenbieren. Unter den fränkischen Weizen fällt neben der Brauerei Maisel aus Bayreuth sofort das Kapuziner-Weißbier ein. Das wurde ja früher oft als die „Billig-Variante“ des bekannteren Franziskaner-Weißbieres belächelt. Schaut man sich die heutige Flaschengestaltung an, sieht das Ganze anders aus. Die Bügelverschluss-Flaschen strahlen schon eine gewisse Wertigkeit aus. Witzig ist auch, dass alle Biere aus der Mönchshof-Brauerei – und damit auch das Kapuziner – auf den Porzellan-Kapseln des Bügelverschlusses einen kleinen Aufkleber tragen. Damit umgeht Mönchshof/Kapuziner die unschöne Situation, dass im eigenen Kasten Flaschen zu finden sind, auf denen oben z. B. Leikeim prangt.

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Folgt man der Homepage, kommt das Kapuziner Weißbier aus einem wo auch immer liegenden Kapuzinerland, wo die Menschen fröhlich sind und um alte Lindenbäume tanzen … und natürlich dauernd Kapuziner trinken. Naja, Werbung ist halt Werbung. Da geben sich Erdinger, Franziskaner und Kapuziner nichts … Das alkoholfreie Kapuziner kommt jedenfalls im schmucken rot-goldenen Kleidchen daher. Gebraut wird es als normales Weizen, dem nachträglich der Alkohol entzogen wird. Das lässt ab und an auf vollen Geschmack schließen.
Optisch ist es ein Weizen ohne Fehl und Tadel: schäumt, ist trüb und spritzig. Es riecht ein wenig malzig, sonst leider „ a wenig leer“. Aber das hat es mit den anderen alkoholfreien Weizen gemein, es fehlt halt die „Seele“, will heißen: die üblichen 5%.
Geschmacklich sind vor allem Malz und Hefe spürbar. Aber – und auch das ist typisch für alkholfreie Weizenbiere – das Kapuziner Alkoholfrei schmeckt leider auch ein bisschen wie säuerlich mineralwässrig. Was sich im Antrunk recht malzig und hefig erweist, wird, wenn es über den Gaumen rollt, immer halt- und kraftloser und endet wie ein saures Weizen-Radler, wenn es sowas überhaupt gibt, mit einem eigentümlichen Nachgeschmack. Leider kommt der Kandidat aus Kulmbach an den bayerischen Branchenprimus nicht ran. Aber mal ehrlich, wann trinkt man schon mal ein alkoholfreies Weizen?!

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