Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Kulmbacher Kommunbräu/Kulmbach: Hell (Nr. 274)

Gestern hatte ich’s ja schon von den speziellen 1 oder 2 Liter-Flaschen, die man bei einigen Brauereien bekommt und die man dann dazu nutzen kann, sich Bier bei anderen Brauereien frisch zapfen zu lassen. Wobei man immer bedenken sollte, dass man das Bier dann innerhalb der nächsten 2 Tage trinken sollte. Und es versteht sich von selbst, dass eine einmal geöffnetes Bier am nächsten Tag schal und “tot” schmeckt. Da ist so manchem eine 2 Liter-Flashe zu groß. Alternativ gibt es bei einigen Brauereien auch 1 Liter-Flaschen. Zwei Seidla sind eine Menge, die sich gemütlich am Abend trinken lässt, vor allem, wenn das Bier auch noch schmeckt. Das Helle der Kommunbräu in Kulmbach ist so ein Bier, das es in 1 Liter-Bügelverschlussflaschen gibt und das auch noch lecker schmeckt.

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Die Kommunbräu in Kulmbach entstand 1990, als ganz Kulmbach von der Kulmbacher Kommunbräu besetzt war. Denn aus der glorreichen Bierhistorie der Plassenburg-Stadt ging es zum Ende des 20. Jahrhunderts rapide bergab. Denn als die Schweizerhof-Bräu den Braubetrieb einstellte, gab es eben nur noch Kulmbacher. Und das schmeckte nun nicht jedem Kulmbacher, im doppelten Sinne. So entstand die Vorbereitung zu einer Genossenschaftsbrauerei, die 1992 gegründet wurde und seither recht erfolgreich dem heimischen Bierriesen trotzt. Das schafft sie, indem sie sich auf traditionell-unfiltrierte Biere und Spezialrezepte besinnt. Das Helle der Kommunbräu zum Beispiel ist mit keinem der Hellen aus dem Hause Kulmbacher zu vergleichen. Ein großer Konzern wie die Kulmbacher muss sich am Massengenschack orientieren, da gibt es zwar Platz für unfiltrierte Design-Kellerbiere, aber nicht für ein trübes Helles. Dabei macht diese leichte Hefespur den Charakter dieses Bieres aus, macht den Geruch frisch und leicht blumig. Geschmacklich wirkt sich die Literflasche beim ersten Seidla ein wenig nachteilig aus: Beim ersten Seidla schwimmt nur wenig von der Hefe im Krug. Da wirkt es erstmal wie ein ganz normales Helles, nicht zu schwer und nicht zu breit-malzig. Der Hopfen ist wohldosiert. Das passt zusammen und schmeckt süffig. Kein Wunder-Helles und auch nichts Besonderes, aber ein ordentliches, handwerklich gemachtes Bier.

 

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas schmeckt man, vor allem beim zweiten Seidla, wenn der Hefegeschmack deutlicher wird, weil sich die am Boden abgesetzte Hefe mit in den Krug mischt. Jetzt wird es richtig rund und man spürt, dass dieses Bier eben nicht aus seelenloser Maschinenproduktion stammt. Das allerdings ist in Kulmbach dann doch wieder etwas Besonderes. Und mit diesem Bier darf sich Kulmbach wieder mit Fug und Recht eine Bierstadt nennen.

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