Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Rhönbrauerei Dittmar/Kaltennordheim: Kellerbier (Nr. 1629)

Reden wir mal ganz kurz über Kellerbiere. Das war ja mal sehr lange sowas wie die “urfränkischste aller Biersorten. Aber seitdem sich langsam was tut in der Pils-Monokultur Deutschland, gibt es vermehrt Biere mit dem “Keller-Attribut” vorne dran. Das mag auch daran liegen, dass die Naturtrübe mittlerweile nicht mehr mit Braufehlern, sondern mit handwerklicher Braukunst gleichgesetzt wird.

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Das ist soweit nicht schlecht. Nur ist nicht jedes Kellerbier so, wie es sich der mit Kellerbieren verwöhnte Oberfranken vorstellt. Denn was Kellerbiere angeht, haben wir recht klare Vorstellungen: Trüb sollen sie sein, eher bernsteinfarben und – um es mit den Worten eines Freundes zu sagen – man muss es aus zwei Metern Entfernung in einen Krug werfen können, ohne groß zu schäumen. Soll heißen: Viele (oberfränkische) Kellerbiere sind niedrig gespundet. Das mögen wir so. Das hat – as erkläre ich immer wieder – einen Vorteil und einen Nachteil: Der Nachteil ist, dass man das niedrig gespundete Bier schneller trinken muss, weil es sonst schnell schal wird. Der Vorteil ist dagegen, dass man es schnell trinken kann, weil einen ja nicht die viele Kohlensäure stört.

Das Kellerbier der Rhönbrauerei Dittmar in Kaltennordheim zeigt aber, dass das mit den niedrig gespundeten Kellerbieren eher etwas Oberfränkisches ist. Dieses Kellerbier aus dem fränkischen Teil Thüringens hatte für mich so viel Kohlensäurebläschen, dass ich es einfach dokumentieren musste!

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Sonst ist es beim Kellerbier der Rhönbrauerei so, wie man es bei einem Kellerbier erwartet. Bernsteinbraun ist die Farbe, das Bier ist ordentlich trüb und die Aromen, die einem in die Nase steigen, sind schön brotig, malzig und zeigen Karamellnoten. So ein schön brotiges Kellerbier gefällt dem Franken ja. Ein Brotzeitbier mit Malz, Brotrinde und Karamell – allerdings ohne eine störende Süße. Dazu kommen auch hefige und leicht fruchtige Einflüsse von der Hefe. Auch in Sachen Herbe leistet es sich keinen Ausrutscher. Alles so, wie man es kennt und mag. Da machen die 11,8 % Stammwürze und die 4,9 % Alkohol auch keinen Unterschied zu anderen Kellerbieren. Nur für meinen Gaumen war es ein wenig zu spritzig. Zumindest für ein Kellerbier. Aber das liegt halt an meiner Gewohnheit.

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