Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Schlossbrauerei Schwarzbach/Schwarzbach: Hopfenperle (Nr. 1399)

Wie ihr vielleicht aufgrund der Fotos auf meiner Facebook-Seite schon mitbekommen haben dürftet, bin ich wieder aktiver in die Hausbrauer-Szene “eingestiegen”. Das ist irgendwie der nächste logische Schritt, wenn man sich so viel mit Bier beschäftigt. Allerdings kommt mit dem Brauen – zumindest für mich – ein ganz besonderes Problem: Wie nennt man sein Bier. Klar, ich könnte es nur “Bier” nennen. Aber was, wenn ich verschiedene Biere brauen will? Dann brauchen die Biere Namen. Und einen guten Namen für ein Bier zu finden, ist alles andere als einfach, finde ich. Der einfachste Weg ist, die iere nach ihren Sorten zu benennen. Also einfach Pils, Hell, Keller usw. Einfach, aber nicht sehr kreativ. Oder man gibt dem Bier einen echten Namen. Aber nur welchen? Namensfindung ist eine Wissenschaft für sich? Ein klassisches, fränkisches Rotbier kann ich ja schlecht “Red Falcon” nennen. Oder soll ich die Biere nach den verwendeten Hopfesorten benennen? Also z. B. eine Flasche PMS (Perle, Mittelfrüher, Saphir)?

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Das mit dem Hopfen ist ja eigentlich keine schlechte Idee. Ich verwende ja als Grundhopfen häufig die Sorte Perle. Da ließe sich viel machen. Ein hopfigeres Helles oder ein Pils könnte man passenderweise Hopfenperle nennen – wenn es nicht schon so viele Hopfenperlen gäbe. Von der Schwarzbacher Schlossbrauerei aus dem thüringischen Teil Frankens hatte ich da zum Beispiel eine Flasche Hopfenperle Pils in der Hand. Optisch wirkt die Schwarzbacher Hopfenperle mit ihren 5,0 % richtig sattgolden. Da gibt es deutlich hellere Pilsner. Das gefällt mir schon mal. Ich mag es nicht, wenn ein Bier schon “dünn aussieht”.

 

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Geschmacklich hätte ich mir von der Hopfenperle ein klein wenig mehr erwartet. Nicht, dass es schlecht schmecken würde. Das tut es nicht, aber von einer Hopfenperle hätte ich mir ein deitlich klareres und frischeres Hopfenaroma erwartet. Als Hopfen wird “Naturhopfen” verwendet, so die Homepage. Soll heißen: Hier werden Dolden verbraut statt Pellets. So kann man es dem Etikett entnehmen. Hopfensorten aus Spalt und der Hallertau gibt es. So weit, so gut. Und so weit ist die Hopfenperle ein ganz gutes, klassisches Pils. Der Körper ist vielleicht ein wenig voluminöser, aber sonst ist das Hopfenaroma typisch würzig, der Malzunterbau nicht zu deutlich, der Abgang richtig schön “trocken”. Verkehrt macht es eigentlich nichts. Wenn man es jetzt noch deutlicher im Whirlpool oder gar während der Gärung/Lagerung hopfen würde, wäre ich vollends zufrieden. Aber das ist nicht die Schuld des Biers. Da habe ich vielleicht “falsche” Erwartungen. Vielleicht muss ich mal versuchen, eine eigene kaltgehopfte Hopfenperle zu brauen …

P.S.: Eine der vielen anderen Hopfenperlen kommt aus der Lichtenberger Sonnenbräu. Das ist nicht verwunderlich, weil beide Brauereien familiär zusammenhängen. Durch die deutsche Teilung kam es zu den “doppelten Bieren” von der Schwazbacher Schlossbräu und der Lichtenberger Sonnenbräu. Bei der Recherche nach diesem Bier musste ich aber feststellen, dass die Einträge zu dieser Brauerei bei bier.by und bei bierland-oberfranken.de ins Nichts führen bzw. die Brauerei dort nicht mehr geführt wird. Weiß da wer Genaueres???

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