Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Düll/Krautheim: Helles (Nr. 1138)

Wenn ich über solche Biere wie die beiden unterschiedlichen, auf Holz gereiften 3 Königsböcke vom Greifenklau gestern schreibe, fragen mich viele meiner Freunde immer: “Braucht man sowas wirklich?” Und dann muss ich wahrheitsgemäß antworten: “Nein, eigentlich braucht man das nicht.” Denn in Franken gibt es genügend ordentliche und süffige Standardbiere, dass einem der Hype um Hopfenstopfen und Fasslagerung eigentlich egal sein könnte. Hier muss keiner langweilige Biere trinken, wenn er nicht mag.

Allerdings gibt es auch hier Biere, die “so einfach gestrickt sind”, dass ein wenig Innovation gut tun würde. Das Krautheimer Helle von der Brauerei Düll in Krautheim bei Volkach hatte ich zum Beispiel letzthin mal im Glas. Und da gab sich das hellgolden-klare Bier geschmacklich so farblos wie sein Etikett. Mildmalzig süß im Start, leicht-fruchtig, ein klein wenig malzwürzig. Das Ganze bei 4,9 % Alkohol.

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Tut nicht weh, macht aber auch nicht wirklich an. Und wenn ich ehrlich bin, ist es im Vergleich zu den Bieren, die ich so in der letzten Zeit getrunken habe, verdammt langweilig. Das ist eines der Biere, derentwegen junge Brauer und Bierenthusiasten nach geschmacklichen Neuerungen schreien.

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Allerdings – und das muss man fairerweise auch hinzufügen – ist niemand gezwungen, das Krautheimer Helle zu trinken. Man könnte auch zu den deutlich charaktervolleren Pils und Keller greifen – oder auch zum Urtyp Dunkel. Wobei letzteres geschmacklich in meinen Augen eher wieder weniger eigenständig war. Besonders innovativ waren diese Sorten allerdings alle nicht. Am besten haben mit bisher der helle Bock und das Landmärzen gefallen.

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Es gibt im Sortiment übrigens auch ein recht eingängiges Krautheimer Lager, das dem Hellen erstaunlich gleicht. Wenn Innovation in der deutschen Brauwirtschaft aber bedeutet, das man “alten Wein in neue Schläuche”, bzw. ein recht neutralens Bier in eine neue Flasche (0,33l) mit “coolerem” Etikett füllt, dann braucht man vielleicht doch eine Bierrevolution. So eine kleine Revolution ab und an ist nämlich nichts Schlechtes, selbst wenn man die langweiligen Bier gar nicht trinken muss.

 

P.S.: Nicht wundern, dass ich mit dem Krautheimer Lager gnädiger war, als ich es jetzt mit dem ähnlichen – wenn nicht sogar gleichen – Hellen bin: Ersteres hatte ich im Sommer 2012 als nettes Begleitbier zum Grillen. Letzteres nach einer Reihe von interessanten Festbieren, Böcken und Bierinnovationen. Da fällt das Helle natürlich deutlicher ab.

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