Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauhaus Brandmeier/Cadolzburg: Barley Wine Ale (Nr. 1879)

Ich glaube, ich mache mal weiter mit “ganz besonderen Bieren”. Ich würde mal sagen der Barley Wine ist schon sowas wie die “Queen” unter den Bieren. Das Craftbier der Craftbiere. Nichts gegen ein IPA mit der Strahlkraft exotischer Hopfen. Nichts gegen Porter und Stout mit ihren schweren Röstaromen. Aber beim Barley Wine kann man … naja, einfach alles treiben: Schwer, dunkel, massig Alkohol und wer will, spielt sogar noch mit den Hopfensorten herum. Ich sage mal, Bierliebhaber, was willst du mehr?

Barley Wine 1Allerdings ist so ein Barley Wine wie das Barley Wine Ale vom Brauhaus Brandmeier aus Cadolzburg ein “forderndes” Bier. Alleine schon die satten 9,0 % Alkohol senken den Konsum. Ein “Trinkbier” kann und soll sowas nicht sein. Im Gegenteil. So einen Barley Wine genießt man vielleicht nach einem üppigen Essen oder am Abend auf der Couch. So als Absacker.

IMAG3813

Im Stilglas macht sich dieses dunkelbraun-rubinrote Bier sehr schick. Es riecht … naja, wie ein Barley Wine so riecht. Und er schmeckt auch so. Schwer, dunkel, Aromen nach Malz, Brot, Trockenfrüchten, Lakritz und Schokolade füllen den Mund. Und das ist wörtlich zu verstehen, denn der Barley Wine ist wirklich vollmundig. Dazu kommt eine deutliche Alkoholnote – aber wie gesagt, bei 9 % darf er die haben. Will man so ein Bier mit etwas Bekanntem vergleichen, müsste man vielleicht an dunkles Früchtebrot denken. Süß ist er, keine Frage, und er klebt auch ordentlich auf den Lippen. Aber pappig nicht, dafür sorgt die Röstbittere, die das Bier wiederum kantig und kernig macht. Ich hatte übrigens eine Flasche der Edition I mit Galaxy Hopfen. Nun muss ich sagen, dass es der Hopfen bei so viel Malz- und Hefekomplexität schwer hat. Aaaaaaber, ich finde schon, dass man zwischendrin mal so ein Hopfenarom-Flash hat. Ob das jetzt die auf der Homepage erwähnte Maracuja-Note ist, möchte ich so nicht sagen. Dafür ist das Malz beim Barley Wine zu dominant. Die Homepage empfiehlt übrigens, das Bier einzulagern. Das könnte ich mir bei dem Barley Wine sehr gut vorstellen, weil der kernige Charakter dann ein wenig milder und weicher werden könnte. Nur kann ich das jetzt leider nicht mehr ausprobieren …

Zur Zeit keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Was war wann?

Januar 2018
M D M D F S S
« Dez    
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

Mehr Lust auf Bier & Buch aus Franken?