Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Hartmann/Würgau: Bockbier Hell (Nr. 66)

In der Fastenzeit gibt es ja nicht nur spezielles Fastenbier, sondern auch den einen oder anderen Fastenbock. Frei nach dem Grundsatz “Flüssiges bricht Fasten nicht” nutzt so mancher die Gelegenheit, wieder ein Starkbier zu kredenzen. Neben den Fastenböcken gibt es ab April auch noch die Mai-Böcke. Aber nicht jede Brauerei hat diese Spezialbiere im Angebot. Die eigene Lieblingsbrauerei hat das nicht? macht nichts! In den meisten Getränkemärkten finden sich noch Restbestände von den Winterböcken – und einige davon haben auch das Zeug zum Fasten- oder Maibock.
Von der Brauerei Hartmann gibt es zum Beispiel hier und da immer noch einen hellen Bock. Der ist das Geschwisterchen des recht schweren dunklen Bocks aus gleichem Hause. Den dunklen Bock kann man mit Fug und Recht als Winterbock bezeichnen. Der helle Bock dagegen ist schlanker und eleganter und passt in den beginnenden Frühling besser als in die kalten, dunklen Monate – womit wir gleich schon beim Kern der Sache wären: Farbe, Geruch und Geschmack!

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Farbe: Ein sattgelber, leicht sämiger Bock mit wenig CO2 und kaum Schaum. Aber wer braucht bei einem Bock Schaum? Helle Böcke müssen leicht likör-artig schwer im Glas liegen. Und das tut der helle Bock der Hartmänner!

Geruch: Beim Öffnen der Flasche lässt sich kurz ein Hopfenwölkchen erschnuppern. Im Glaskrug dominiert dann aber vor allem das Malz, ohne jedoch zu süß zu riechen.

Geschmack: Das mit der Süße ist bei Böcken ja so eine Sache: Ein Bockbier mit 7,0% braucht mehr Malz, um einen höheren Alkoholgehalt zu erhalten. Mehr Malz bedeutet zumeist aber auch mehr Süße, und die ist nicht jedermanns Geschmack. Dieser Süße kommt der Brauer vom Hartmann dem Hopfen bei. Dabei hält er ganz gut die Waage zwischen der Hopfenherbe und der Malzsüße. Der Antrunk ist ein wenig hopfig, gerade so viel, um die Malzsüße in Schach zu halten. Im Mittelteil schlägt das Malz dann durch, um am Ende wieder einer leichten Hopfenbittere Platz zu machen. Das Ganze ergibt einen ansprechend guten hellen Bock – nahezu prototypisch für diese Gattung.
Meine Flasche(n) wären noch bis mai haltbar gewesen, was bedeutet, dass man sich mit dem hellen Bock der Hartmänner die Zeit bis zu den Maiböcken recht kurzweilig “versüßen” kann.

Wohl bekomm´s!

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