Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Herbsthäuser Brauerei/Herbsthausen: Weihnachtsbier (Nr. 1869)

Reden wir mal über “komische Verschlüsse”. Bei Bierflaschen gibt es ja zwei große “Systeme”: Den Kronkorken und den Bügelverschluss. Zumindest hierzulande. Drehverschlüsse wie beim gestrigen Felsen Bräu Festbier sind schon deutlich seltener. In Franken gibt es neben dem Felsen Bräu auch Drehverschlüsse beim Püls in Weismain und bei der Hönicka in Wunsiedel – und natürlich bei den Pyrasern (hatte ich vergessen. Danke an Thomas Bartolf für den Hinweis). Sogenannte Twist-Off- oder Twist-Top-Verschlüsse – also Kronkorken,die sich aufdrehen lassen – sind in Franken bei Bieren eher selten – wenn es überhaupt welche gibt. Mir fällt zumindest auf Anhieb kein Bier mit einem solchen Verschluss ein.

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Und dann gibt es noch die Sonderform des “Kronkorkens” mit Abziehlasche. Eigentlich dürfte man dabei nicht von einem Kronkroken sprechen, denn “ein Krönchen” hat der Verschluss mit der Abziehlasche ja nicht. Als großer Vorteil des Verschlusses mit Abziehlasche wird immer angeführt, dass man diesen “– zackenlosen – Verschluss […] ohne Werkzeug durch Aufziehen der integrierten Lasche mit den Fingern öffnen” kann. So schreibt es Wikipedia. Da halte ich ja immer dagegen, dass der Kronkorken so etwas wie ein “Alkoholwächter” ist. Wer die Flasche ohne Flaschenöffner nicht aufbekommt, soll auch kein Bier trinken. Bei den 0,33er Flaschen der Herbsthäuser Brauerei aus Herbsthausen ist das aber egal, denn da muss man nur an der Lasche ziehen und schon ist man beim Bier … Allerdings nur bei den 0,33er Flaschen. bei den 0,5er NRW-Flaschen muss man dagegen ganz traditionell den Kronkorken aufhebeln.

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Wobei wir (endlich) beim Bier wären: Im heutigen Falle beim Weihnachtsbier. Das ist hell, glänzt schön und hat satte 5,6 %. Vom “Weihnachts-Sechserpack” hatten mich der helle und der dunkle Bock ja schon überzeugt. Ob das das Weihnachtsbier in die gleiche Kerbe schlägt? Die kurze Antwort lautet “Jein”. Denn mit der Zeit denkt man sich bei den hellen Festbieren schon “Kennst du eines, kennst du viele!!!” Der hellmalzieg Körper passt, die Aromen nach Hopfen, Getreide und Stroh auch. Der Körper ist nicht zu voll, die Bittere angenehm. Das ist in sich rund, stimmig, schmeckt auch … fühlt sich aber nach zig anderen hellen Festbieren irgendwie ein wenig “beliebig” an. Wie gesagt, es liegt nicht unbedingt am Bier selbst. Tränke man den halben Dezember über nur das, es fehlte einem an nichts. Nur im Vergleich mit vielen anderen stellt man fest, dass viele Brauer in die gleiche Richtung denken … und auch brauen. Und dann muss am Ende z. B. der Verschluss als Unique Selling Point herhalten …

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Ich werde mich wohl über den Jahreswechsel wieder ein wenig mehr mit Bockbieren beschäftigen müssen. Da gibt es dann doch mehr Variabilität. Oder es kommt mir gerade nur so vor. Wer sich übrigens für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Kronkorken als Seifenhalter, Schmuck oder Sammelobjekt interessiert, dem sei der oben erwähnte Wikipediaartikel ans Herz gelegt. Da kann der Verschluss mit der Abziehlasche einfach nicht mithalten.

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