Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Griess/Geisfeld: Bockbier (Nr. 393)

Gestern saß ich ja zum Quatschen und ein wenig Fachsimpeln im Caé Abseits in Bamberg. Das Abseits hat eine richtig gute und sehr interessante Bierkarte – das ist jetzt keine plumpe Werbung, das ist einfach so. Wo findet man schon eine Kneipe, die mal eben so 5 oder sechs saisonale Bockbiere, ein paar Weizenböcke und noch einiges mehr an Starkbieren anbietet. Und dazu noch ausgewählte Lager, Dunkle und, und, und …
Wobei ich mit der Bierkarte vom Abseits auch ein kleines Problemchen habe: Die meisten Sachen davon kenne ich schon. Deshalb kann man sie trotzdem trinken und sie schmecken nicht schlechter deswegen. Aber wer trinkt schon aus Spaß??? Schließlich müssen neue Biere entdeckt, getestet und besprochen werden. The show must go on! Es ist ja das Bier des Tages, nicht der Woche oder des Monats.
Aber die Bierkarte des Abseits wäre nicht die Bierkarte des Abseits, wenn sich nicht doch etwas hätte finden lassen – und gestern war es das Bockbier vom Griess aus Geisfeld. Mit dem Griess-Bock ist es so eine Sache, denn obwohl ich ihn vorher noch nie getrunken hatte, hätte ich den wohl auch blind sofort als Griess-Bock erkannt. Schließlich erinnert er einen wahnsinnig an das Kellerbier aus dem gleichen Hause – zumindest mich.
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Über Farbe und Alkoholgehalt kann ich diesmal gar nichts schreiben. Ich hab ihn im Steinkrug bekommen und er ist wohl … zwischen hell und dunkel. Interessanter als die Farbe ist ja auch der Geruch und der Geschmack. Beim Geruch fiel mir (und meinen Mittestern) diese intensivere Alkoholnote auf, die den Bock sofort als solchen erkennen lässt. Sonst hat es diesen besonders kernigen Geschmack, von leichten Karamellaromen begleitet, nicht wirklich bitter, aber eben herb, leicht hopfig, kernig, urig … Ein Bamberger Landbier mit Ecken und Kanten, dem man das Mehr an Alkohol durchaus anmerkt. Das ist kein weichgespülter Designerbock, den man sich im feinen Glas einschenken lässt und über dessen Beerenaromen und die zitronige Hopfenfrische man stundenlang reden könnte. Der Griess-Bock lechzt nach dem schweren Steinkrug … und trinkt man ihn aus selbigem, dann hat man unweigerlich dieses DejaVú: Jetzt im Sonnenschein bei einem Griess Kellerbier auf dem Keller oder im Brauereihof sitzen, eine Pressackplatte vor einem, dieses herrlich urige Landbier, vielleicht noch ein Ziebeleskäs’ …
Wird Zeit, dass die Kellersaison beginnt, denn seit dem Bock vom Griess gestern habe ich da einfach nur Bock drauf …

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