Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Kundmüller/Weiher: Weiherer Pils (Nr. 389)

Am Montag gibt’s hier auf Bier des Tages ja gerne ein Helles. So ein weiches, geschmeidiges Helles, das man auch nach einem “anstrengenden” Wochenende genießen kann. Eines von denen, bei denen “nichts anstreift”, “sich nichts sperrt” und die so mild und weich sind, dass sie nahezu ohne Widerstand “zwischen Leber und Milz” passen. Wobei genau dorthin ja ein Pils gehöre, so sagt man landläufig. Wie gut, dass es da ein Pils gibt, das vom Wesen her ein sehr mildes Helles ist: das Pils der Brauerei Kundmüller aus Weiher.
Das kam mir beim Pizzaessen bei einem Freund unter. Von selbst hatte ich noch nicht den Impuls zu diesem Pils zu greifen. Zum einen, weil die Brauerei Kundmüller für ganz andere Biere bekannt ist: das Lager z. B., Bock und Keller, das Urstöffla und das Keller-Pils als neue Vertreter. Dagegen wirkt nicht nur das Etikett des Pils ein wenig blass. Außerdem bin ich ja kein Pils-Freund.

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Mit seinen 4,7% ist es ein recht leichtes Pils. Recht “leicht” wirkt auch die Farbe: hellgolden sieht es aus und wirkt im Glas fast schon ein wenig durchscheinend “ätherisch”. Da gibt es auch Pils mit einer kräftiger goldenen Farbe. Die Nase erschnuppert Hopfen, aber auch den eher leicht denn massiv. Eigentlich recht sympathisch. So leicht wie der Alkoholgehalt und die Farbe sind, ist auch der Körper dieses Bieres. Für ein Pils passend weist der Körper keine ausgeprägte Malzigkeit auf – da liegt ja der Unterschied zum hellen Vollbier. Das Hopfenaroma ist fein, fast schon ein Hauch von Hopfen, den man vor allem im Nachhall im Mundraum “fühlt”, so wie die Erinnerung an den Hopfengeschmack nach dem Schlucken. Mit der Herbe verhält es sich ähnlich. Die ist da, spürt man auch, aber sie prügelt einem nie um die Ohren, dass man ein Pils in Händen hält. Den Freunden von Pils norddeutscher Prägung, die ja bekanntlich so herb wie das Land sein sollen, ist das Weiherer Pils sicher zu wenig von allem: die Flasche zu wenig Premium, der Hopfengeschmack zu wenig ausgeprägt und der Gesamteindruck zu wenig bitter. Mir hingegen hat es so gut geschmeckt, dass ich mit einem zweiten geliebäugelt habe. Für ein “Pils” ist das fast schon ein Komplement – auch wenn es sicher kein urtypisches Pils ist.
Nach diesem Test werde ich mir wohl demnächst das Keller-Pils aus Weiher vornehmen müssen. Und dann gibt es ja noch das Lager Select mit Spalter Select-Hopfen. Irgendwo müssen die Kundmüller doch ihr “echtes” Pils versteckt haben … ;-)

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