Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Distelhäuser Brauerei/Distelhausen: Lucky Hop IPA (Nr. 1254)

Ok., es soll jetzt keiner denken, wir lebten biertechnisch so weit hinter dem Mond, dass wir ein Pils für den modernen Biertrend in der Republik halten. Es gibt natürlich auch fränkisches Craftbier – und zwar von größeren und kleineren Brauereien in ganz Franken. Wer zum Beispiel auf der diesjährigen Braukunst Live in München war, der konnte bei der Distelhäuser Brauerei aus Distelhausen diverse moderne Biere verkosten. Über das Black Pearl Porter, das Loch Ness Stout und das Blond (Pale Ale) hatte ich ja schon geschrieben. Was von den Distelhäusern in meinem Blog noch fehlt, ist z. B. ein IPA. Denn ohne IPA geht im Craftbiersektor nahezu nichts. Wenn man so will, ist es sowas wie das neue Pils.

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Bei den Distelhäusern heißt/hieß das IPA Lucky Hop. Aha, glücklicher Hopfen also. Bei 77 IBU (also Bittereinheiten) dürfte davon auch mehr als eine Hand voll drin sein. So zum Vergleich: Die meisten deutschen Pilsner (und wir reden hier von den herberen) kommen bestenfalls auf die Hälfte des Bitterwerts eines Lucky Hop. Zu den 77 Bittereinheiten kommen auch noch satte 7,7 % Alkohol bei 17% Stammwürze. Optisch ist es so zwischen honiggelb und bernstein-orange. Und natürlich ist es trüb. Schließlich sollen (und wollen) Craftbiere ja das ganze Geschmackspotenzial eines Biers ausschöpfen. Da dürfen Hefe- und Malznoten nicht fehlen. Es gilt ja schließlich den blankfiltrierten und fast schon “kastrierten” Fernsehbieren etwas entgegenzusetzen.

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Beim Schnuppern merkt man schon, warum die Distelhäuser ihr IPA Lucky Hop genannt haben. Das riecht wie der Süden! Mango, Citrus, Grapefruit, … der ganze Früchtekorb moderner Hopfensorten, sozusagen. Dazu noch eine Spur Malz und Hefe. Das macht Lust auf den ersten Schluck. Geschmacklich könnte man es als “Evolution” des Distel Blond sehen. Die fruchtigen Aromen setzen sich auf Zunge und Gaumen fort, vielleicht mehr in Richtung Ananas und Grapefruit. Dazu kommt die typische malzige Süße wie nach Pfirsich. Das gibt ein volles Aroma, dem eine knackige Herbe folgt. Wie gesagt: 77 IBU! Es gibt natürlich auch noch herbere IPAs. Aber wer’s nicht gewohnt ist, für den hauen die Bittereinheiten schon ziemlich zu. Aber sonst ist es echt geil!

Tja, in der Bierlandschaft Frankens findet sich für jeden Geschmack etwas. Gut, vielleicht nicht ganz für jeden Geschmack. So ein fränkisches Sauerbier ist eher selten, denke ich. Und wenn man mal ein saueres Bier hat, dann eher ungewollt. Was fränkische Biere nach Art eines Kölsch oder Alt angeht … Aber sonst können wir alles. Ehrlich!

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