Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Dorn Bräu/Ammerndorf: Hell (Nr. 107)

Am Karfreitag hatten wir ja ein Tucher aus Fürth. Die Brauerei Tucher ist heute die einzige Brauerei in Fürth. Auch der Landkreis Fürth hat nur noch eine “freie” Privat-Brauerei – gehört das Zirndorfer doch zur Tuchergruppe.
Die Brauerei Dorn in Ammerndorf schmückt sich zumindest mit diesem Titel. Auch das ist ein Beispiel für die negativen Auswirkungen der “Marktbereinigung”.
Was aber ist das für ein Bier, dass sich scheinbar recht erfolgreich gegen die große Konkurrenz in Stadt und Landkreis Fürth behaupten kann?


Seit 1505 wird an der Stätt der heutigen Brauerei Dorn schon Bier eingebraut, wenn auch der Dreißigjährige Krieg dem Ammerndorfer Brauwesen gleich mal wieder einen Riegel vorschiebt. Ab 1730 entstand dort aber wieder Bier und seit 1855 lenkt die Familie Dorn/Murmann die Geschicke der Brauerei und baut diese aus. Wer jetzt an die gleichnamige Brauerei im Coburger Land denkt, dürfte Recht haben. Die “familiären Verbindungen” zwischen den Brauerei-Familien in Franken sind aber sowieso ein interessantes Thema.
Heute werden 10000hl Ammerndofer Bier pro Jahr gebraut – aufgeteilt auf 10 Sorten. Der Klassiker der Brauerei ist das Helle, das in der Euro2 “Maurerpulle” daherkommt. Fast den ganzen Flaschenbauch nimmt das Etikett in Anspruch. “heimische Rohstoffe aus fränkisch regionalem Anbau” kann man da lesen und dass die Biere mit größter Sorgfalt gebraut würde. Das gefällt doch schon mal.
Das hellgoldene Bierchen mit dem schnel zusammenfallenden Schaum und dem leicht hellmalzigen Geruch gefällt nicht weniger. Mild ist es, weich und angenehm dezent. Würze kommt erst im Abschluss auf und auch nicht störend. Muss wohl am “besten Siegelhopfen aus fränkischem Anbau” liegen, wie die Homepage schreibt. Aber eigentlich geht das Bier eher in Richtung Malz. Und das ist auch gut so, denn ich persönlich finde das Ammerndofer Hell extram süffig. Dass es “nur” 4,6% hat, stört auch nicht weiter. Im Gegenteil: Das Ammerndorfer Hell ist ein nettes “Begleitbier”, das man im Biergarten, auf dem Nürnberger Frühlingsvolksfest, bei einem netten Abend mit guten Freunden oder einem guten Film mal so nebenher trinken kann. “Untergäriges Bier für alle Gelegenheiten” ennt es die Brauerei. Ich würde sagen: stimmt!

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