Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Meinel Bräu/Hof: Perlenschatz (Nr. 1383)

Eigentlich versteh ich ja nichts von Marketing, deshalb ist es sichet Blödsinn, wenn gerade ich über sowas schreibe. Aber ich mache mir halt immer wieder mal so meine Gedanken – und wer mich kennt, der weiß, dass ich die nicht für mich behalten kann. Letzthin habe ich zum Beispiel ein relativ neues Bier getrunken, den Meinel Perlenschatz aus Hof.

perlenschatz

Das Etikett des Perlenschatzes macht neugierig. Da steht ganz groß “Bund Naturschutz Kreisgruppe Hof” und “Schutzprojekt Flussperlmuschel” auf dem Etikett. Dazu auch noch “Biofestbier” und für den Bierliebhaber interessanter “Biohopfen ‘Perle'”.  Aber, wenn man versucht den Hintergrund dieses Biers zu googeln, bekommt man relativ wenig Informationen. Die Meinel-Homepage listet das Bier nicht bei den Spezialitäten und auf der Facebook-Page findet sich zur Einführung dieses Biers folgendes Foto:

Quelle: https://www.facebook.com/pages/Meinel-Br%C3%A4u/122142561201436?sk=timeline

Quelle: https://www.facebook.com/pages/Meinel-Br%C3%A4u/122142561201436?sk=timeline

Tja, was mache ich jetzt mit so einem Foto? Das Holladiebierfee-Bier wird ja ziemlich explizit als “Frauen-Bier” vermarktet. Ist der Perlenschatz jetzt auch ein Frauen-Bier?  Oder ein Charity-Bier? Oder ein “Event-Bier”? Und soll der Perlenschatz “sexy” wirken? Ob in Kunst-, Literatur- oder Schuhmagazinen (ja, sowas gibt es!), überall, werden rote Schuhe als erotisch aufgeladene Metapher gesehen. Von halbe geöffneten Muscheln und Perlen ganz zu schweigen! Fängt man da erst mal an, sich in Symbolik und Metaphorik einzulesen, bekommt man schnell rote Ohren. Ich sag’s euch!

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Aber Halt! Der Perlenschatz ist ja kein Erotik-Bier für Kunst- und Literaturwissenschaftler mit ausgeprägtem Sinn für barocke Metaphorik. Soweit ich es verstanden habe, ist es ein Festbier zum 40jährigen Bestehen der Hofer Kreisgruppe des Bund Naturschutz. Und weil eines der Projekte der Gruppe der Schutz der heimischen Flussperlmuschel ist und es einen schönen Allround-Aromahopfen Perle gibt, entstand wohl dieses bernsteinfarbene, leicht opalisierende Festbier mit 5,4 %. Im Geruch findet sich ein feines Hopfenaroma. Da hätte man mehr erwarten können, wenn ein Bier schon Perlenschatz heißt. Aber auch nur, wenn sich das Perlenschatz auf den Hopfen Perle bezieht, also sozusagen als Perlenhopfenschatz. Da könnte man sich ein mit Perle gestopftes Pils vorstellen. Andererseits ist geschmacklich an dem Bier nichts auszusetzen. Es schmeckt, wie ein Bier schmecken darf. Die Malzaromatik ist lecker, Hopfenaroma und Herbe sind eher zweitrangig. Für ein Festbier geht das in Ordnung. Ob man sich mehr Perlenaroma wünschen sollte, ist jedem selbst überlassen. Denn der Grundcharakter ist doch eher malzig mit Karamell, brotigen Noten … Lecker, aber nicht erotisch. Für die roten Schuhe hätte ich eher ein knackiges Export zum Beispiel oder ein filigran-blumiges Weizen ausgesucht. Oder sollte man den Perlenschatz eher mit Hinweis auf den positiven ökologischen Faktor vermarkten? Muss man ihn den überhaupt vermarkten – oder verkauft sich das Bier auch so? Zu Muschelgerichten würde ich ihn jedenfalls nicht empfehlen. Das wäre nicht nur vom Aroma her ein wenig unpassend. Schließlich soll man die Muscheln ja schützen und überhaupt: Wer ist in Franken schon Muscheln! Und für Erotik finde ich die breite Malzbasis fast ein wenig zu wenig aufregend. Aber was verstehe ich schon von Marketing. Ich bleibe beim Testen & Trinken. Davon habe ich mehr Ahnung.

 

 

 

 

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