Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Privatbrauerei Michael/Weißenstadt: Cervecium Osterhäslabock (Nr. 1649)

Und, was hat euch der Osterhase so gebracht? Klar, jede Menge Schoko-und-wer-weiß-was-noch-Eier. Der Schokohase ist jedenfalls das Oster-Topp-Geschenk, zumindest, wenn man der Geschenkeliste auf nyimmo.de trauen darf. Was da aber fehlt, sind die selbst gemachten Geschenke. Die sind ja immer – das weiß man – mit Herzblut und vor allem viel Liebe gemacht.

Osterhäslabock

Ich komme da nur grade drauf, weil ich – wie jedes andere Elternteil auch – diese Ostern ebenfalls was Selbstgebasteltes bekommen habe. Mit viel Liebe. Und, weil mir der Osterhase als ein Osterbier den Osterhäslabock von Cervecium aus Weißenstadt ins Osternest gelegt hat. Und der wird auch laut Etikett mit Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und ganz viel Liebe gebraut. Also so gut wie Selbstgemacht?

Osterhäslabock 2

In dem Fall ja … denn mit diesem Bier verhält es sich so: In Weißenstadt gibt es die Privatbrauerei Michael mit einem Sortiment aus Pils- und Kellerbier. Die Brauerei wird in der berühmten Lechners Liste von Georg Lechner mit dem Vermerk geführt, dass sie den Braubetrieb 2010 eingestellt habe. Dazu passt auch der Hinweis auf dem Premium Pils, dass das Bier von der Brauerei Gebr. Maisel KG in Bayreuth gebraut und abgefüllt werde.

Michael 2

Allerdings hat der Braumeister Michael Herrmann in seinem Sudhaus ein kleines 90-Liter Sudwerk eingebaut, in dem jetzt besondere Biere – eben die Biere der Cervecium Herrmanns Bierwerkstatt – entstehen. Und aus der Reihe kommt besagter Osterhäslabock in meinem Glas.

Der ist rotbraun-trüb, hat 6,7 % (laut Etikett, laut Facebook 6,4 %) Alkohol und (ebenfalls laut Facebook) 15 % Stammwürze. Ich will jetzt gar nicht nörgeln, dass ein Bier unter 16 % Stammwürze eigentlich gar kein Bock ist. So what! Vielleicht hat sich ja einer auf Facebook vertippt.

Michael_Facebook

Quelle: https://www.facebook.com/Brauerei.Michael

Das Aroma ist erstmal malzig, aber dazu kommt auch eine leicht fruchtig-zitronige Hopfennote. Das Bier selbst kommt gar nicht so bockig rüber – also nicht so “bockstark”. Die über 6 % Alkohol fallen kaum auf, dafür mehr das Malz mit all seinen Karamell- und Brotrindenschattierungen. Dazu kommt eine fruchtige, leichte Beerennote, ein wenig Hopfenaroma, ein Hauch von Hefe … Die Süße ist angenehm – aber auch hier muss man wieder sagen: Süß wie ein typischer, dunkler Bock isr das nicht. Dafür wirkt das Bier nett, trinkt sich angenehm und hat was … tja, irgendwie etwas von einem Selbstgebrauten. Das soll jetzt bitte keiner als Kritik verstehen. Im Gegenteil: Dieses Bier atmet sozusagen den Charme eines Hausbräus – vom Etikett bis hin zum Geschmack. Was im Umkehrschluss aber auch für die hohe Qualität von so manchem Hausbräu spricht.

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