Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Fischer/Greuth: Weißbier (Nr. 9)

 

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Weizenbier ist ja wie kaum ein anderes Bier reine Geschmackssache – man mag es oder man mag es nicht. Eingefleischte Weißbiertrinker haben ihr Stammweizen. Und für den Rest hat so ein Weißbier zu viel Kohlensäure, ist zu süßlich, zu hefemuffig und zu wenig herb. Also versucht man irgendwie den Geschmack zu verbessern. Der Zitronenschnitz obenauf und das Kristallweizen sind da noch das Harmloseste. Denken Sie bloß an das Bananen- und Colaweizen! Schlimm? Genau!

Wer bisher nicht zur Gruppe der Weizentrinker gehört hatte, sollte sich mal die Brauerei Fischer aus Greuth zu Gemüte führen, bzw. das Weißbier, das die da in Bügelverschlussflaschen füllen.

Optisch steht es wie ein ganz normales Weißbier im Glas. Aber der Geruch lässt schon ahnen, wo es langgeht: mild-fruchtig mit nur wenig Hefearoma. Aha! Der Geschmackstest weist in die gleiche Richtung: fruchtig-süß und so gar nicht hefig-schwer, aber mit hopfig-herbem Abschluss. Kein typisches Weizen, daführ fehlt ihm die Hefedominanz und ein wenig Spritzigkeit. Andererseits erschlägt es die Geschmacksnerven nicht mit einerWeizenmalz- und Hefebreitseite, was es auch wieder sympathisch macht. Eigentlich schmeckt es sogar wie ein Alkoholfreies – trotz seiner 5,0 vol%. Das macht es zum Kandidaten der Wahl nach dem Sport z. B.

Alles in allem kein prototypisches Weizen, aber handwerklich ordentlich gemacht und durchaus lecker. Für den Weizen-Neuling oder Gelegenheits-Weizen-Verkoster ein lohnenswertes Bier. Und für den Rest eine nette Alternative zwischendurch. Auf alle Fälle kein Grund mehr, kein Weizen zu mögen.

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