Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Göller/Zeil a. Main: Rauchbier (Nr. 282)

In letzter Zeit war hier auf Bier des Tages ja immer wieder mal die bRauerei Göller aus Zeil am Main im Gespräch. Meist ging es aber eher darum, wer dort sein Bier brauen lässt oder mutmaßlich brauen lassen soll als darum, was dort unter eigenem Namen verkauft wird. Mit angegebenen 55.000 hl/Jahr ist die Brauerei Göller keine der wirklichen “Größen” in der fränkischen Brauereilandschaft, wobei ich mir nicht sicher bin, ob diese Zahl noch passt. Schließlich findet sich das Göller-Bier mittlerweile in sehr, sehr vielen Getränke- und Supermärkten in der Region zwischen Bamberg und Würzburg.

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Das Göller-Bier kannte ich schon von früher, als es das Bier noch in den urigen Euro-2-Flaschen gab. Mittlerweile ist fast das ganze Sortiment auf Bügelverschluss-Flaschen umgestellt und so breit aufgefächert, dass wirklich keine regionale Bierspezialität mehr fehlt. In einem solchen Sortiment, in dem es z. B. fünf verschiedene Weizenbiere gibt (Freyungs Weisse, Steinhauer Weisse, Dunkle Weisse und leichte Weisse, dazu noch ein Weizen-Bock), darf ein Rauchbier natürlich nicht fehlen. Das kannte ich vorher noch nicht, fand es aber kürzlich in einem Getränkemarkt, in dem die Reihen der dunkelblauen Kästen aus Zeil immer größer werden. Also ein Göller Rauchbier … warum nicht?
“Warum nicht?”, klingt ja ein wenig negativ, so las müsse man sich rechtfertigen ein Göller-Rauchbier zu trinken. Nun ja, als Bamberger greift man da eher zu Produkten aus der eigenen Stadt. Lokalpatriotismus eben.
Dabei kann das Zeiler Rauchbier auch seine Referenzen vorweisen: 2006 der Beer Star in Gold und 2009 – in dem Jahr hat das Rittmayer von gestern gewonnen – immerhin noch in Bronze. Das klingt erstmal nicht so schlecht. Schlecht aussehen tut es auch nicht: Es ist richtig hell, bernsteinig. Das hebt es von den meisten seiner Geschwister ab, die sich farblich eher ins Dunkle orientieren. Der Geruch ist auch positiv zu bewerten. Die Rauchnote ist genau richtig da, nicht zu schwer und behäbig. Kommt da eines der leichtfüßigen hellen Rauch-Exportbiere auf mich zu? Man ist ja bei so einem Projekt wie dem Bier des Tages nie vor Überraschungen sicher.
Im Antrunk räuchert es anständig, aber … Dieses “aber” im Geschmack macht den Charakter dieses Bieres aus, denn dieses “aber” besteht im Hopfen, dessen Bitterstoffe unterschwellig die ganze Zeit mit über die Zunge laufen. Das gibt dem Bier einen eigenständigen, aber eben herben Charakter. Um die Aromenverwirrung noch komplett zu machen, blitzt es dazwischen hier und da fruchtig süß auf. Das ist schon eine besondere Mischung, die den Braueren aus Zeil da gelungen ist. Unter den Rauchbieren lässt es sich anhand der Farbe und der recht dominanten Hopfennote sofort erkennen. Charakterlich eigenständig und gar nicht mal so schlecht, aber … Ja, da st dieses “aber” wieder, denn wenn es ein wenig weniger an einem hopfigen Exportbier orientiert wäre, wäre ich ein richtiger Fan dieses Bieres. Aber das liegt an meinem Geschmack. Dem Rauchbier vom Göller aus Zeil darf man das nicht vorwerfen.

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