Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Hetzel/Frauendorf: Premium Landbier (Nr. 87)

Also das Thema von gestern war ja: Frauen und Brauen. Und bei der Recherche dazu bin ich über die Homepage vom Bierland Oberfranken e.V. gestoßen, der über die Brauerei Hetzel in Frauendorf (!) so treffend zu schreiben weiß, das Bier sei “Nicht nur für Frauen”.
Nun gut, man erfährt auf gleichnamiger Seite auch, wie der Ort Frauendorf überhaupt zu seinem Namen kam. In alter Zeit gabe es da nämlich ein – wer hätte das gedacht – Frauenkloster, dem der Ort Namen und Ortskirche verdankt. Ob auch die Brauerei Hetzel ihre Entstehung dem irgendwann – spätestens aber in der Säkularisation – aufgelösten Frauenkloster verdankt. ließ sich so schnell aber nicht klären – zu vermuten ist es jedenfalls, liegt doch das Gründungsdatum der Brauerei mit 1867 deutlich nach der Zerschlagung der Klöster in Bayern.

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Wie dem auch sei, hier geht´s um die Wurst, will sagen ums Bier. Und das kommt erstmal ein wenig kurios daher, denn auf dem Etikett zum Premium Landbier fehlen sämtliche Angaben: Mindesthaltbarkeitsdatum und Alkoholgehalt sucht man vergeblich. Da ist wohl ein Stapel ungestempelter Etiketten in die Etikettierungsmaschine gekommen. Sei´s drum. Ein wenig Internetsuche offenbart dann, dass das Premium Landbier 4,7% haben soll. Warum es übrigens Premium heißen muss, verstehe ich nicht. Will man damit und der Bügelverschlussflasche – in der es auch das Pils gibt, das Vollbier gibt es in der alten Euro2-Flasche – mit regionalen Größen wie Leikeim, Mönchshof, Klosterbräu usw. konkurrieren? Sicher, in den Getränkemärkten fällt die Bügelverschlussflasche mehr auf und animiert sicher Käufer zuzugreifen. Aber gerade Biere mit treuer Fangemeinde wie z. B. Huppendorfer oder Otto-Bier aus Seinfeld und nicht zuletzt das berühmte Schlenkerla gibt es auch in der urigen “Maurerpulle”. Aber die kauft man ja auch wegen des Geschmacks.
Wobei wir beim Thema wären:
Ein Landbier darf ruhig Ecken und Kanten haben. Ein Premium Landbier sollte sich aber deutlich vom Rest der Landbiere abheben. Farblich ist es ein bernsteinfarbenes Helles. Der Geruch ist recht bierig würzig. Und so kann man den Geschmack eigentlich auch gleich beschreiben. Im Antrunk zeigt es sich erstmal malzig, dann setzt aber bald der Hopfen ein, der sich mit Röstnoten vereint und insgesamt bis zum Nachklang stehen bleibt. Ein schlechtes Landbier ist es nicht, eigentlich ein ordentliches, auch wenn es mir persönlich eine Spur zu würzig und zu kernig geraten ist. Die oben erwähnte Homepage vom Bierland Oberfranken e.V. glaubt jedenfalls, dass die Hetzel-Biere aus Frauendorf “nicht nur den Frauen in Frauendorf schmecken.”
Sollte eine der anwesenden Damen mal das Premium Landbier probieren, bitte ich um ein kurzes Feedback.

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