Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Braumanufaktur Weyermann®/Bamberg: Adele’s Anis Porter (Nr. 1366)

Dunkel und “crafty”, das war die Kombination des Schwarzen Abtes gestern und genauso mache ich mal weiter. Heute steht Adele’s Anis Porter auf dem Programm. Und wenn man in Bamberg so ein Bier in die Hand bekommt, kann dafür nur eine Brauerei verantwortlich sein: die Weyermann® Braumanufaktur.

Es ist ja ein wenig “lustig” mit der Weyermann® Braumanufaktur : Sie ist die Brauerei Bambergs mit dem breitesten Sortiment, es ist die Brauerei mit den außergewöhnlichsten Bieren, aber in den offiziellen Zählungen der Bamberger Brauereien taucht sie nicht auf. Auf Nachfrage bei der Präsentation der letzten Infobroschüren in Sachen Brauereien der Stadt Bamberg hieß es, man zähle die Weyermann® Braumanufaktur nicht, weil sie keinen offiziellen Brauausschank habe. Na, das ist mal ein Grund. Zumal es Weyermann-Biere durchaus auch in der Gastronomie gibt. Das Café Abseits oder die Weinstube Pizzini schenken Weyermann®-Biere aus. Nun ja, vielleicht verstören Biere wie ein Anis Porter die Bamberger Tourismus-Manager. Schließlich kommt der gemeine Tourist ja in die Stadt um lederbehoste Gemütlichkeit zu finden, auch wenn die Seppelhosen und Push-Up-Dirndl hier genauso authentisch sind wie in Disneyland. Aber das ist ein anderes Thema.

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Gottlob gibt es nich nur Biertraditionalisten in meiner Heimatstadt. Denn, auch wenn ich das Bamberger Bier – vornehmlich zum Beispiel das Spezial Lager vom Fass – heiß und innig liebe, ab und an mal über den Tellerrand zu schauen, macht auch Spaß. Selbst dann. wenn man einen Anis Porter vor sich stehen hat.
Bei Anis denke ich ja zuallererst an Weihnachten und Anisplätzchen. Und die haben ja eigentlich einen sehr starken Anis-Geschmack. Der ist im Anis Porter nicht so deutlich, finde ich. Dieses dunkle Bier wird eher von den typischen Röstaromen bestimmt. Aber auch hier hat man eher ein schlankes, spritziges Bier vor sich – das ich Bier nenne, oibwohl es korrekterweise natürlich alkoholhaltiges Malzgetränk heißen muss. Anis ist in diesem durchaus interessanten Bier eher sowas wie ein Grundton. Darüber kann man jetzt froh sein, weil das Bier nicht sooooo außergewöhnlich schmeckt. Darüber könnte man aber auch enttäuscht sein, wenn man von einem Anis Porter eben etwas sehr außergewöhnliches erwartet. Die Trinkbarkeit stört es jedenfalls nicht.

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Nur eine Frage stellt sich bei der Durchsicht des Rezepts, das man gewöhnlich zu den Weyermann®-Bieren dazu bekommt: Als Hopfen werden neben Perle auch noch Herkules und Cascade erwähnt. Perle ist ein nett würziger Hopfen, der sich häufiger in traditionellen Bieren findet, Herkules ist eher so der Bitterhopfen. Cascade dagegen die “Litschi-Fruchtbombe”, aber im Zusammenspiel zwischen dunklen Kaffeearomen und Anis gehen diese Aromen unter. Herausgeschmeckt hätte ich den Cascade jedenfalls nicht. Aber ich bin ja auch weder Brauer noch Sommelier. Also muss ich das auch nicht … ;-)
Ach ja, und bevor jemand fragt: Wer besagte Adele ist, weiß ich auch nicht. Und ich weiß auch nicht, ob’s wichtig ist, es zu wissen … ;-)

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