Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Göikel Bräu/Halsbach: Halsbacher Kellerbier (Nr. 1828)

Im Moment läuft ja das 4. Bamberger Biersymposium – und das hat Auswirkungen auf meine Bierauswahl. Dass es zum Beispiel gestern ein Bier vom Institut Romeis gab, lag unter anderem daran, dass es gestern zwei Vorträge von Marcus Jentsch, seines Zeichens Dipl. Ing. am Institut Romeis, über die Bedeutung (und leider auch die Chemie) des Brauwassers und über Fehlaromen im Bier (und deren Gründe) gab. Das heutige Bier des Tages verweist dagegen auf einen morgigen Vortrag, nämlich von Manuel Müller über seine Brauereineugründung Göikel Bräu.

Foto: Göikl Bräu

Foto: Göikel Bräu

In die Brauerei bin ich ja sozusagen aus Zufall regelrecht hineingestolpert. Meine weltbeste Biertestergattin organisierte nämlich letztes Jahr mal Ferien auf dem Bauernhof im Spessart – einer Gegend, aus der mir rein zufällig noch ein paar Bierchen gefehlt haben. Und wie es der Teufel so wollte – oder vielleicht auch himmlische Mächte, wer weiß das schon? – lag unsere Ferienwohnung nicht nur im gleichen Bauernhof, in dem auch die Göikel Bräu beheimatet ist, nein, sie lag sogar nahezu fast direkt über der Brauerei! Zufälle gibt’s, das gleubst du nicht! Allerdings hatte Manuel Müller damals erst mit dem Brauen angefangen. Ich konnte also die Brauanlage bewundern, Bier zum Probieren gab es aber leider noch nicht. Zum Glück ist die Welt klein und man läuft sich immer zwei Mal über den Weg! Und so hat unter anderem das Halsbacher Kellerbier seinen Weg zu mir gefunden.

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Bei der Farbe widerlegt das Halsbacher Kellerbier ja meine These, dass es in Unterfranken eher hellere Kellerbiere gäbe. Zumindest hatte ich den Eindruck, dass man mainabwärts eher heller brauen würde. Das Halsbacher Kellerbier jedenfalls ist richtig schön bernsteinbraun. Passt so. Als Oberfranke mag ich so eine Farbe eh. Vom Charakter her ist das Bier süffig! Der malzige Grundton hat deutliche Karamellanklänge und feine Röstnoten. Das ganze verbindet sich mit einem weichen Trunk. Darin unterscheiden sich übrigens viele “moderne” Kellerbiere von ihren “urigen” Kollegen: So manches uralte Landbier ist auf eine sympathische Art “kantig”, neuere Biere achten da mehr auf Ausgewogenheit. Nach dem gestrigen Vortrag würde ich das vielleicht auch auf das Brauwasser bzw. die Anpassung des Rezepts an das Wasser schieben. Aber darüber muss ich mich mal mit ein paar Brauern unterhalten. Das Kellerbier aus Halsbach jedenfalls “streift nicht an”, wie man hierzulande sagt. Die leichte Honigsüße, die Hefe, das dezente Hopfenaroma, die Herbe … das ist alles ausgewogen und bietet keinen Anlass zur Kritik. Jetzt hoffe ich nur, dass Manuel morgen ein paar Flaschen von seinem Bock dabei hat. Der fehlt mir nämlich auch noch …

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