Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Hummel Bräu/Merkendorf: Leonhardi Bock (Nr. 374)

Eigentlich bemühe ich mich ja, die Testbiere und die kleinen Geschichten drum herum recht “tagesaktuell” auszusuchen. Das geht mal besser und mal schlechter – und manchmal gar nicht. Denn am 6. November letzten Jahres hatte ich den bock vom Hönig aus Tiefenellern vorgestellt, wo ich doch eigentlich den Bock Leonhardi Bock vom Hummel aus Merkendorf hätte vorstellen müssen. Denn der 6. November ist st. Leonhard – und da hätte der Bock gepasst. Aber bis zur nächsten Bockbiersaison warten will ich auch nicht. Also gibt es den Leonhardi Bock “außer der Reihe”. Dass es überhaupt einen Bock zu Ehren des heiligen Leonhard gibt, ist auf dem Land ganz natürlich. Sankt Leonhard ist als Schutzpatron des Viehs bei den Bauern ein ganz besonders gefragter Heiliger, sein Gedenktag also auch ein nesonders wichtiger Tag. Und auch dem Brauer ist der 6. November und damit St. Leonhard nicht egal, sagen doch alte Bauernregeln: Wenn auf Leonhardi Regen fällt, ist’s mit dem Weizen schlecht bestellt. Das kann einem schon einen Bock wert sein, zumal es von der Brauerei Hummel ja auch noch einen Weizenbock gibt!
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Damit dass mit dem Wetter, der Gerste und dem Weizen auch passt, spendiert die Brauerei Hummel dem Leonhardi-Bock hell schonmal 7,5% Alkohol. Sicher ist sicher! Im Glas macht der altgoldene Bock mit nett-sprudeliger Kohlensäure auch keine schlechte Figur. Der leicht matt-malzige Geruch kommt degegen nicht ganz so gut an. Mal sehen, was Zunge und Gaumen zu Leonhardis Ehren zu sagen haben: Schon im Antrunk zeigt sich dieser Bock als eher herber Vertreter. Der Hopfen darf da schon von Beginn an sein Können ausspielen. Malzige Breite, was ich so sehr an manchen hellen Böcken schätze, kommt so natürlich nicht auf. Insgesamt kommt das Malz auch eher ein wenig matt rüber – da bestätigt sich der Geruchseindruck. Über allem liegt aber diese hopfige Herbe. Nach meinem Geschmack hätte der Bock ein wenig “sonniger” schmecken können, weicher und vom Malz her ein wenig süßer, aber das ist wie gesagt nur mein Geschmack. Für die Freunde der herberen, leicht bitteren hellen Böcke ist der Leonhardi Bock eine Alternative. Wollen wir nur hoffen, dass St. Leonhard Gefallen an seinem Bock gefunden hat, damit das mit der Getreideernte klappt und auch in diesem Jahr genug Gerste und Weizen zum Brauen wachsen …

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