Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Meusel Bräu/Dreuschendorf: James Blond (Nr. 314)

Kürzlich ging mal wiede ein Rauschen durch den Blätterwald. Nun ja, durch die Boulevard-Abteilung der Zeitungen: “Im November geht es los! Endlich wieder! Er ist zurück!” Und immer wieder ein Begriff: “Skyfall”.
Keine Ahnung, worum es geht? Weiß doch mittlerweile jeder. Es geht um Bond, James Bond! Und den spielt zum dritten Mal Daniel Craig – und scheinbar auch nicht zum letzten Mal, wie es ebenfalls in der Presse heißt. Das Publikum hat sich mit dem untypischen Bond jedenfalls arrangiert und der Fanprotest beim ersten Craig-Bond scheint vergessen. Was tönte es nicht damals: Bond darf alles sein, nur nicht blond!

 

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Dabei reizt der Name automatisch zu diesem Wortspiel: “Mein Name ist Blond, James Blond …”, zumal bei Craigs Haarfarbe. Das mit dem Wortspiel hat man sich bei der Brauerei Meusel im oberfränkischen Dreuschendorf auch gedacht und kurzerhand ein entsprechendes Bier aufgelegt: James Blond heißt es. Und weiter: “Das Bier mit der Lizenz zum Genießen”. Dem Model im dunklen Anzug (ohne Krawatte!!!) auf dem Etikett hat man nachträglich die Haare sowas von superblondiert, dass Craigs Kurzhaarfrisur schon fast dunkel wirkt. Damit aber nicht genug. Die ideale Trinktemperatur dieses Bieres liege bei “007 C”, verrät das Etikett weiter. Und genauso wichtig: “Weder geschüttelt noch gerührt genießen”. Da het einer aber wirklich keine Anspielung zu den Filmen ausgelassen. Nun ja … Insgesamt ist das eigentlich nicht unwitzig. Vielleicht sollte man sich davon mal einen Kasten zum nächsten 007-Marathon vor dem Filmstart von Skyfall hinstellen.
Andererseits wecken so viele Film-Anspielungen auch eine gewisse Erwartungshaltung. Denn wie hart der Wind ist, der einem blonden Bond ins Gesicht weht, musste Daniel Craig ja am eigenen Leib erfahren. Außerdem denkt man bei Bond eher an Wodka-Martini als an Bier, obwohl es von Heineken einen Werbedeal mit der Filmproduktion der Bond-Filme gibt. Craig zumindest soll schon ab und an mal ein Pint oder mehrere heben.
Das Bond – sorry Blond Bier jedenfalls richtet sich an die Frauen, so hieß es von der Brauerei. Das passt zum Doppelnull-Agenten. dem verfällt ja auch jede. Andererseits stellt man sich unter Bond einen smarten, aber auch kernig-harten Typen vor. Die 5,0% sind jedenfalls nicht schlecht. Dass man davon beim Trinken wenig merkt, darf als bond-typisches Understatement durchgehen. Farblich ist das Bier natürlich blond, was sonst. Der Geruch ist eher mild und getreidig. Und auch beim Geschmack fällt auf: Ein verdammt helles Helles. Es schmeckt leicht, mild, schon fast ein wenig süßlich, aber nur ganz leicht. Hopfenherbe lässt es fast gar nicht aufkommen und ehrlich trinkt es sich fast ein wenig wie Wasser im besten Sinne des Wortes. Also eher ein Schmeichler und Galan unter den Bieren, mehr so ein Roger Moore als der rauhbeinige Craig. Für echte Bierfreunde vielleicht ein wenig charakterarm auf die Dauer, von der mittestenden weltbeste Gattin jedoch durchaus als nett und süffig bezeichnet. Mision erfüllt, Bond, ähm, Blond! Auftrag ausgeführt, Frauenherzen gebrochen, Frieden gerettet – nein, nicht den in der Welt, aber den vor dem heimischen Fernseher, wenn es um die Auswahl von Film und Getränk geht.
Und wem das James Blond zu weich ist, der kann sich mit Blick auf die Bond-DVD-Collection trösten: Nach ein paar Auftritten wechselt der Schauspieler ja wieder. Da kann man es mit dem Bier genauso halten.

P.S.: ich will ja nicht Werbung für Heineken machen, aber den Link zu einem Bond-Bier-Werbespot will ich nicht schuldig bleiben:

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