Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Schübel-Bräu/Stadtsteinach: Florian Trunk (Nr. 301)

Was für ein Bier ist das passende Bier für Allerheiligen? Gibt es da überhaupt eines, schließlich ist heute ja einer der “stillen Tage”, an dem allen Heiligen generell gedacht wird. Zumindest theoretisch, praktisch wird an Allerheiligen oft der folgende Allerseelentag gleich mit abgehandelt, an dem der Toten gedacht wird. Aber “tote” Brauereien hatten wir in den letzten Zeit zur Genüge. Bleiben wir also bei der eigentlichen Bedeutung von Allerheiligen, der Heiligen zu gedenken. Da gibt es ja sehr viele davon und jeder hat seine besonderen Bedeutungen und Festtage. Für’s Bier und Brauen gibt’s natürlich auch Heilige. Die waren auch besonders wichtig, denn in Zeiten fehlender Kühlung, der Unkenntnis um die Bedeutung der Hefe beim Gärprozess und katastrophaler Hygiene war Bierbrauen bisweilen ein Glücksspiel. Oder es lag eben in Gottes Hand, ob der Sud was wurde. Und weil Gott sich nicht um alles persönlich kümmern kann, hat er im Katholischen sein mittleres Mangement. Executive Manager in Sachen Gerstensaft sind je nach Region: Augustinus, Columban, Laurentius und auch Florian. Letzterer ist eigentlich eher bekannt, als Schutzheiliger gegen Feuersnöte und Patron der Feuerwehrleute. Aber weil er generell mit Feuer und Wasser in Verbindung gebracht wird, haben ihn hier und da auch die Brauer auf ihren Schild gehoben – und ihm ein Bier gewidmet: den Florian-Trunk der Brauerei Schübel aus Stadtsteinach.

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Die wiederum ist eigentlich mehr für ihr kerniges Brotzeitbier “a fränkisch” (Bier des Tages am 4. Juli) bekannt. Mit dem Florian-Trunk gibt es zum “a fränkisch” Konkurrenz aus dem eigenen Hause. Denn beide Biere sind dunkelbraun in der Farbe. Wo das Kellerbier aber unfiltriert ist, bleibt der Florian klar. Und wo das “a fränkisch” kernig, urig zur Sache geht, bleibt der Florian eher malzig und maischig. Zumindest riecht er erstmal so. Er schmeckt aber auch wesentlich weicher und milder als sein bekannterer Bruder. Der Antrunk ist weich, dazwischen ist es für ein Braunbier recht mild und erst im Abgang läft es kernig aus. Auch nicht schlecht, so ein Florian-Trunk. Wem das “a fränkisch” zu herb und kernig ist, der sollte ich an den Florian-Trunk halten. Da bekommt er ein nettes, nicht zu mächtiges, aber auch nicht ganz so charaktervolles Braunbier.

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