Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Hellmuth/Wiesen: Eierberg Urstoff (Nr. 213)

Das mit der Brauereidichte ist schon schön in unserem Frankenland. Zu den kürzesten Entfernungen zwischen zwei Brauereien zählt wohl die Distanz zwischen dem Fässla und dem Spezial in Bamberg. Da muss man den weiten Weg über eine einspurige Straße, zwei Gehwege, einen Radweg und eine Parkspur überwinden. Auch in Buttenheim muss man von der Marktstraße 8 (Löwenbräu) zur Marktstraße 12 (St. Georgen) einen “ewig langen” Weg überstehen. In Wiesen gleicht die Distanz zwischen den beiden Brauereien für fränkische Verhältnisse schon fast einem Halbmarathon. Gut 100 Meter muss man wohl zurücklegen … vielleicht ein paar mehr oder weniger. Ich habe die Schritte nicht gezählt. Es ist auf alle Fälle weit genug, um wieder Durst zu bekommen. Und den zu stillen ist in Wiesen bei Staffelstein überhaupt kein Problem. Ist man beim Hellmuth angekommen, sollte man sich gleich einen “Eierberg Urstoff” einschenken lassen. So heißt das dortige Kellerbier, benannt nach den kleinen Bergen hinter dem Ort. (Nicht dass das jemand für eine anzügliche Anspielung auf irgendwas anderes hält.)

Links das dunklere Märzen, rechts der nicht so dunkle Eierberge Urstoff.

Links das dunklere Märzen, rechts der nicht so dunkle Eierberge Urstoff.


Laut Homepage ist der Eierberg Urstoff ein “ein dunkles Bier”. Und da muss ich widersprechen, denn dunkel ist bei Gott was anderes. Es ist leicht trüb und waldhonig-braun. Gut, ein Pils mag heller sein, aber wer trinkt schon Pils? Der Geruch ist mild-bierig. Das ist gut so, denn an dem Tag war es bis zum Abend recht warm, weshalb der Gaumen nach Flüssigkeit lechzte. Der Eierberg-Urstoff sperrt sich diesem Ansinnen überhaupt nicht. Mild-malzig süßlich startet er – und das ist sozusagen der Grundton dieses Bieres. Leicht hefe-säuerlich geht es weiter. Am Ende kommt, um den Dreiklang zu vervollständigen, leichte Hopfenherbe dazu, mit der der Urstoff süffig ausläuft. Das Ganze ist gefährlich süffig. Da kann es passieren, dass man die 100 Meter zum Thomann gar nicht mehr antreten mag. Ist ja auch verdammt weit, der Weg. Und überhaupt schmeckt das Bier. Falls man nicht gleich beim Thomann sitzen bleibt und die 100 Meter zum Hellmuth nicht mehr gehen mag …

Wanderer, kommst du nach Wiesen, plane zwei Tage für diesen Ort ein. Mehr kann man dazu nicht sagen.

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