Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Klosterbräu/Bamberg: Kloster Schwärzla (Nr. 209)

Bei Bier denken die meisten Menschen in dieser Republik – wie auch auf der ganzen Welt – an etwas Helles, meist ein Pils. Dabei ist der Siegeszug des hellen Bieres eine relativ junge Angelegenheit. Die Farbe des Bieres bestimmt das eingesetzte Malz. Und dessen Farbe entsteht beim Darren. Damit aus Gerste, Weizen oder Roggen überhaupt Malz wird, muss das Getreide mit Wasser zum Keimen gebracht werden. Ist das geschehen, muss man diesen Prozess gleich wieder stoppen, was man durch Trocknung des Malzes erreicht. Geschieht das bei höheren Temperaturen, wie zum Beispiel über Feuer, so färbt sich das Malz braun bis schwarz und erhält die typischen Röstaromen – und man selbst ein dunkles Bier. Aus hellem Malz gutes Bier zu brauen, schafft man erst seit gut hundert bis zweihundert Jahren. Die Biere davor waren mehrheitlich braun bis schwarz. Mit den neuen industriellen Möglichkeiten verlor das “alte” dunkle Bier immer mehr an Boden und der Siegeszug des Pils begann und dauert an und dauert an …

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Nun ja, nicht ganz. Nicht zuletzt die massive Werbung für Köstritzer Schwarzbier seit Mitte der Neunziger hat das Schwarzbier wieder ins Gedächtnis der Biertrinker geholt. Und da der Pils-Markt in Deutschland so gut wie aufgeteilt ist, bleiben Zuwachsraten nur noch bei Spezialbieren, wie dem Schwarzbier. Während nun einige Ferneshbrauereien neben einem Weizenbier auch ein Dunkles auflegen, um dem Trend zu folgen, gibt es andere Brauereien, bei denen das Dunkle schon eh und je gebraut wird. Wie bei der Bamberger Klosterbräu das Bamberger Schwärzla. Das ist, wie ich finde, DAS Bamberger Dunkle. Seine 5,2% Alkohol sind ganz ordentlich, Noch ordentlicher ist die Farbe: Schwarz wie die Nacht. Hält man das Glas aber gegen das Licht, färbt es sich leicht rötlich. Fein sowas. Für die Nase hält es schweres, dunkles Malz bereit und erinnert ein wenig an ein kerniges, dunkles Bauernbrot.

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War gefühlt damals in den alten Euro-Flaschen Kult: Das Ächd Bambärchä Schwärzla.


Und der Geschmack? Ein Schwarzbier ist ein Schwarzbier. Und das muss man mögen, denn der dichte, volle Geschmack aus Röstaromen und den dazugehörigen Bitterstoffen, dem Hopfen, dieses träge, schwere, kernige, die Kaffeenoten, … Das ist halt etwas ganz anderes als so ein schlankes, hopfiges Pils. Aber wenn man dunkle Biere mag, kommt man am Bamberger Schwärzla nicht vorbei.

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