Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Veldensteiner Bierwerkstatt/Neuhaus: Bavarian Amber Ale (Nr. 1792)

Es gibt mal wieder etwas Neues von der Veldensteiner Bierwerkstatt. Bei deren Bieren bin ich in letzter Zeit ein wenig zwiegespalten: Da war auf der einen Seite das nahezu gottgeniale Imperial Pils, das sie meinetwegen permanent weiterbrauen könnten. Und auf der anderen Seite gab es die anderen Biere, die alle handwerklich und geschmacklich vollkommen in Ordnung waren, aber eben für meinen Geschmack hinter dem Imperial Pils zurückgeblieben sind. Was bedeutet, dass ich jedes neue Bier aus der Veldensteiner Bierwerkstatt mit dem Imperial Pils messe … und es jedes andere Bier umso schwerer hat.

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Das gilt auch für das Bavarian Amber Ale, das es im Moment gibt. Die Brauerei schreibt auf ihrer Homepage (und auf den Etiketten) über das Bier:

Die Verwendung eines exklusiven Pale Ale-Malzes sowie drei ausgesuchter einheimischer Malzsorten schaffen ein komplexes, karamellartiges Aroma, das mit einem Hauch Pinie und Vanille unterlegt ist. Traditioneller Spalter Aromahopfen sowie die aus Amerika stammenden Chinook-Hopfen und speziellen Ale-Hefen steuern zudem fruchtige, an Grapefruit und Cassis erinnernde Noten bei und runden dieses einzigartige Flavour harmonisch ab.

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So eine Beschreibung legt die Latte natürlich schon mal sehr hoch. Wobei ich mich dann wieder frage, welches “exklusive Pale Ale-Malz” da verbraut wurde. Als Hobbybrauer kann man diverse Pale Ale-Malze im Netz bestellen. Exklusiv ist das nicht unbedingt. Farblich liegen die zwischen einem Pilsner und einem Wiener Malz und sie sollen besonders auf das Meischeverfahren für ein Ale abgestimmt sein. Hmm … Naja, lassen wir das einfach mal so stehen.

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Interessanter ist da schon der Einsatz von Chinook, einem der amerikanischen “Kult-Hopfen”. Im bernsteintrüben Bavarian Amber Ale bringt er vor allem seine Pinientöne mit ins Bier – und zwar vom Antrunk an. Der Malzkörper tut sich da fast schon ein wenig schwer, gegen dieses würzige Aroma und die von Beginn an einsetzende Bittere anzuarbeiten. Was übrigens nicht nur meine Meinung war. Ein wenig mehr Süße bzw. ein wenig mehr Körper, vielleicht auch mehr Fruchtaromen im Bier würden eher meinem Geschmack entsprechen. Gerade bei der deutlichen Bittere. Aber bis dahin kann ich mit dem Bier eigenetlich ganz gut leben. Schlecht ist es nicht. Was mein Problem mit dem Bier ist, ist diese Mischung aus Pinie und Vanille, die man im Abgang und vor allem im Nachhall schmeckt. Das mag ich einfach nicht so sehr, das wirkt für mich zu “holzig” und erinnert mich entfernt an das eine oder andere “fassgelagerte” Bier. Das ist, wie gesagt, mein perönlicher Geschmack – oder genauer, das Bier trifft ihn eben nicht. Was wiederum keinen davon abhalten soll, das Bavarian Amber Ale selbst einmal unter die Lupe zu nehmen.
Eine Frage stelle ich mir dann übrigens doch noch: Was ist eigentlich so “bavarian” an dem Bier? Soll es darauf abzielen, dass es “in Bayern” gebraut wurde? Oder hat dieses Amber Ale einen irgendwie bayerischen Wesenszug? Das hat sich mir nicht erschlossen …

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