Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Bad Windsheimer Bürgerbräu/Bad Windsheim: Freilandmuseum Dunkel (Nr. 401)

Als ich neulich mal wieder mit Freunden im Spezi – für die Nicht-Bamberger in der Brauerei Spezial daselbst – saß, hat man mich darauf hingewiesen, dass ich schon lange kein Bier mehr so richtig schön verrissen hätte. Das wäre doch mal wieder an der Zeit, zumal ich beim einen oder anderen Bier in letzter Zeit sogar rechte Milde hätte walten lassen, die ein deutlicheres Wort hätten vertragen können. Rückblickend muss ich sagen: Stimmt schon! Da liest man dauernd was von trinkbar bis sehr trinkbar oder richtig gut. Kann doch gar nicht sein, dass jedes fränkische Bier gut ist, oder? Nein, seien wir ehrlich, das ist es auch nicht. Auch in Franken gibt es Biere, die … man trinken kann, aber nicht muss. Und bei einigen tut mir das sogar richtig leid, wie beim Freilandmuseum Dunkel der Bürgerbräu Bad Windsheim.

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Jetzt wäre es einfach, die Bürgerbräu-Biere zu verdammen, weil die in der Mehrzahl bei der Tucher gebraut werden. Und Massenbier zu schelten ist einfach. Mit der Bürgerbräu Bad Windsheim verhält es sich aber so, dass die Freilandmuseumsbiere in der ältesten aktiven Brauerei im Freilandmuseum handwerklich hergestellt werden – der Rest (Bürgerbräu Vollbier, Bürgerbräu Primus Pils, Bürgerbräu Windsheimer Weiße) wird fremdgebraut, wie es heißt. Und gerade so ein Museumsbier hat mir jetzt ganz und gar nicht geschmeckt. Farblich war noch alles in Ordnung: Schwer dunkel, fast schon schwarz füllte es das Krüglein. Aber schon beim Geruch fiel eine gewisse Tranigkeit auf, die unterschwellig neben dem schweren, dunkelmalzigen Geruch da war.
Und beim Geschmack hätte auch alles so schön sein können: Ein nettes Dunkles, bei dem eigentlich alles vom Antrunk bis zum Volumen alles passt, bis zum Moment, in dem man’s schluckt. Da verbinden sich die Bitterstoffe vom Röstmalz mit der Hopfenherbe zu einem bittermalzig-hopfenherben-dunkelschweren Kloß, den man richtig runterpressen muss. Und was danach kommt, schmeckt fast ein wenig umgekippt :-(
Doppelt leid tut das einem, weil das Helle eigentlich recht annehmbar war. Da hatte ich mich ein wenig auf’s Dunkle gefreut. Und dann das?! Sorry, aber irgendwie war das für mich zu viel.
P.S.: Auf anderen Biertest-Portalen wie z. B. biertest-online.de und bier1.de kommt man zu unterschiedlichen Ansichten. Entweder liegt es daran, dass das Bier ab und an “unterschiedlich ausfällt” – was bei handwerklich gebrautem Bier passieren kann. Oder der Geschmack ist wirklich so eigen, dass man ihn entweder mag oder eben nicht. Das beste, was ich bei diesem Bier raten kann, ist es selbst zu testen und sich seine Meinung zu bilden. Wem es nicht schmeckt, der hat in Franken ja Gott sei Dank genügend Alternativen.

 

 

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