Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Grasser/Huppendorf: Hefeweizen (Nr. 204)

Manchmal bewege ich mich unter Ökonomen. Für mich als Geisteswissenschaftler ist das immer wieder spannend, weil ich ja eigentlich denke, dass ich Menschen, die meine Sprache sprechen, verstehen kann. Bei Ökonomen kann ich das aber nicht. Grenznutzen usw. bleiben mir einfach unerklär- und vor allem unverständlich. Dabei bemühen sich die Ökonomen, die Wirtschaft sogar einfältigen Geistern wie mir zu erklären. Die einen versuchen es mit dem Big-Mac-Index, der zeigt, was man sich wo auf der Welt mit dem gleichen Einkommen leisten kann. Nun esse ich aber keine Big-Macs. Also hat die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung für Menschen wie mich die Preisunterschiede in Deutschland via Weizenbier-Index aufgeschlüsselt. a reist man in der Republik herum und trinkt überall ein Weizenbier, der Preisunterschiede wegen. Dass dabei am günstigsten die Fränkische Schweiz war, hätte man sich gleich denken können. Ein Weizen kostet da durchschnittlich 2,52€. Wobei ich mich schon frage, wo die so reures Bier in der Fränkischen gefunden haben. Auf Sylt zahlt man pro Bier dagegen stolze 5,26€. Das ist – in fränkischen Maßstäben ausgedrückt – ein halber Kasten Bier! Und dann weiß man noch nicht mal, was man dort bekommt.

250002_228819927159271_1538231_n
In der Fränkischen bekommt jedenfalls gute Biere, auch das eine oder andere Weizenbier. Mir gefällt das Huppendorfer Weizen z. B. sehr gut.
Das iste in helles Weizen, das so aussieht (honighell mit satter Trübung) und riecht (hefig), wie ein Weizen eben aussehen und riechen soll. Beim Weizen, das im Glas serviert und genossen werden will, ist die Optik ja ungleich wichtiger als bei Kellerbieren, die es im Stein-Krug gibt.
Bleibt noch der Geschmack: Das Huppi Weizen ist eher ein kernigeres, ländliches Weizen – soll heißen, dass mit der Hefe nicht gespart wird. Auch die weizentypische Säure und selbst der Hopfen haben ihren Auftritt. Zusammen ein kräftiges Weizen – nicht nur geschmacklich. Mit seinen 5,2% liegt es über der 5,0%-Norm. Ein idealer Begleiter zu Sauren Zipfeln oder Weißwurst. Gut, das essen die auf Sylt wahrscheinlich gar nicht. Und wenn die wüssten, dass sie für zwei Industrie-Großbrauerei-Instand-Weizen einen ganzen Kasten feistes Huppi bekämen …

 

Zur Zeit keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.