Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Greif/Forchheim: Greif Weisse Hefeweizen Hell (Nr. 69)

Fastenbiere, wie sie die Woche immer wieder mal besprochen wurden, zeichnen sich ja dadurch aus, dass sie ein wenig stärker eingebraut sind. Gemeinhin sollten sie über der 5,5%-Marke liegen. Ein weiteres Merkmal ist die geringere Filtration zu Gunsten von Geschmack und natürlich Gehalt des Gerstensaftes. Dass das nun nicht bei jedem Fastenbier so ist, lässt sich bei der Biervielfalt Frankens leicht verschmerzen. Zumal es ja eine Biergattung gibt, die zum einen immer mehr Freunde gewinnt und zum anderen fast alle Merkmale von Natur aus schon hat: das Weizenbier.

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Zugegeben, die meisten Weizenbiere liegen im Alkoholgehalt zwischen frühschoppenfreundlichen 5,0% und schon fast exportverdächtigen 5,4% Alkohol. Letztere gehen dabei fast schon als Fastentrunk durch, würde ich meinen. Geschmacklich auf alle Fälle und vom Alkoholgehalt … Naja, die fehlenden Prozentpunkte zum echten Fastenbier müsste man dann halt mit einem zweiten Weizen hereinholen.
In Forchheim braut die Brauerei Greif ein helles Hefeweißbier – neben dem dunklen Weizen, dass es auch noch gibt – mit eben jenen 5,4%. Das wurde immerhin 2005 und 2007 mit dem goldenen bzw. silbernen Stern beim Beerstar-Award bedacht. Optisch ist es ein hellgelb-trübes Weizen, dass vor allem durch seine Schaumbildung und Schaumstabilität auffällt. Sicher, ein Weizen sollte eine ansehnliche Schaumkrone haben und diese auch länger halten können. Dass das aber nicht immer der Fall ist, wird jeder Weizenfreund aber schon leidvoll bemerkt haben. Beim Greif klappt das ohne Probleme.
Der Geruch ist leicht fruchtig, aber nicht so sehr ausgeprägt. Geschmacklich fällt es erst mal durch seine Milde auf. Kein Hefehammer, der einen schon beim ersten Schluck trifft. natürlich ist es hefig, aber eben nur leicht. Die fruchtig-säuerlichen Aromen, die das helle Greif Weizen verbreitet, sind da schon viel angenehmer. Und zu allem kommt im Abgang noch ein wenig Malzigkeit auf. Zusammen gibt das ein ziemlich süffiges Geschmacksbild. In sich stimmig und ausgewogen. Sicher gibt es Weizenbiere, die “auffälliger” schmecken oder durch ausgeprägte Hefe-, Malz- oder Hopfennoten hervorstechen – aber wer ein ordentliches Weizen sucht, sollte sich das einmal zu Gemüte führen.
Und vielleicht hat es die beiden preise ja alleine deshalb verdient, weil es zeigt, wie ein gutes Weizen ohne jede Efffekthascherei schmecken kann.

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