Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Reichold/Hochstahl: Zwick’l (Nr. 329)

Nicht beschweren, dass Oberfranken schon wieder vertreten ist. Oberfranken ist nun mal die Region mit der höchsten Brauereidichte in der Welt. Man muss sich nur mal die Brauereikarten in den gängigen Standardwerken ansehen, dann sieht man rund um Bamberg und im Forchheimer Raum eine brauerei neben der anderen. Dem muss ich beim Bier des Tages natürlich auch Rechnung tragen. Rekordhalter ist aber nicht Bamberg mit seinen neun Brauereien plus der Versuchsbrauerei der Mälzerei Weyermann. Den Titel hat ihr die Gemeinde Aufsess abgeluchst, in der es zwar “nur” 4 Brauereien gibt ( Brauerei Reichold, Hochstahl, Brauerei Rothenbach, Aufseß, Brauerei Stadter, Sachsendorf und Kathi-Bräu, Heckenhof), allerdings auch wesentlich weniger Einwohner (ca. 1500 Einwohner!).
Dabei findet man in der Gemeinde Aufsees nahezu den ganzen Biermarkt en miniature. Das Aufsesser Bier von der Brauerei Rothenbach ist der Vollsortiment-Anbieter, Stadter der außergewöhnliche Nischenanbieter, das Kathi-Bräu das international bekannte Kult-Bier und die Brauerei Reichold ist sowas wie die traditionelle “Kleinbrauerei” mit nur vier Sorten: Lager, Weizen, Bock und Zwick’l. Und gerade das Bier vom Reichold ist bei mir recht kurz gekommen – bisher hatte ich nämlich nur das Lager am 5. Februar besprochen. Dabei ist das Zwick’l mit seinen 5,2% auch was Feines. Wie man es bei einem Kellerbier erwartet, ist es farblich eher braun. Anders als andere Kellerbiere bleibt der feine Schaum länger stehen. Dafür war das Zwick’l aus meiner Flasche nur wenig trüb – da wäre nach meinem Geschmack fast noch ein wenig mehr gegangen. Was mir optisch an Hefe gefehlt hatte, ist dafür im Geruch da: Neben dem Malz kommt die Hefe nämlich dort deutlicher zum Tragen.

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Beim ersten Schluck hat man eigentlich nur einen Gedanken: “Auch ein Läufer!”. Ich weiß, ich lobe schon wieder viel zu viele Biere, aber das Zwick’l vom Reichold ist ja auch ein gutes Bier. Malzig, leicht hefig im Geschmack und nur ganz dezent hopfenherb nachlaufend – so, wie man es auch vom Lager aus Hochstahl gewohnt ist. Ein weiches, frisches, spritziges und verdammt süffiges Kellerbier.
Wer langsam mit einem Auge an Weihnachten vorbei auf ein ideales Silvester-Party-Bier schielt, sollte beim Einkauf auch mal das Reichold Lager oder das Reichold Zwick’l auf seinem Zettel stehen haben. Denn das Zwick’l eignet sich nicht nur als Sommer-Kellerbier.

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