Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Hochstiftliches Brauhaus in Bayern/Motten: Hefe Weizen (Nr. 1155)

Obwohl Weizen nicht unbedingt die typisch fränkische Biersorte ist, findet sich auch hier an Weizenbieren nahezu alles, was sich nur denken lässt. Da gibt es selbstgebraute und zugekaufte, klare und trübe, helle und dunkle und, und, und …

Und weil die Weizenvielfalt auch hierzulande immer weiter blüht, werde ich mir in der nächsten Woche mal mehr die obergärigen Biere anschauen, so wie ich in den letzten Wochen immer wieder mal auf die Pilsner geschaut habe.

Will Weizen 3

Den Anfang macht das Will Bräu Hefe Weizen. Genauer gesagt heißt die Will Bräu in der Rhön ja Hochstiftliches Brauhaus in Bayern, weil die Brauerei um 1500 “im Fuldaischen” (also eigentlich im Hessischen) gegründet wurde. 1791 kaufte der Brauer Georg Will die Brauerei und sie wurde im 19. Jahrhundert “bayerisch”. 1987 ging die Brauerei dann wieder den umgekehrten Weg: Sie wurde an das Hochstiftliche Brauhaus Fulda verkauft … Wer es genau nachlesen mag, kann es bei meinem Essay zum Pilsner nachlesen. Das breite ich hier nicht nochmal weiter aus.

Will Weizen 1

Das Mottener Will Bräu Hefe Weizen kommt, abgesehen vom Namen, typisch “bayrisch daher. Zum einen machen das die Will-Biere vom Etikett her sowieso, zum anderen ist das typisch für Weißbiere. Die werden nun mal mit Bayern verbunden.

Will Weizen 2

So typisch das Etikett des “Original Bayerisch”-en Hefe Weizens ist, so typisch ist auch seine Farbe: Orange-trüb kommt es daher. Es riecht, wie ein Weizen so riecht und – um es heute mal ganz kurz zu machen – es schmeckt auch so. Etwas Störendes kann man an dem Weizen mit seinen 5,3 % Alkohol nicht finden. Hefige Aromen, ein wenig Würze, ein wenig typisches Bananenaroma, das schmeckt – und reißt einen doch irgendwie nicht vom Hocker. Vielleicht bin ich von meinen Eindrücken vorgeprägt, denn das Pils gefiel mir gar nicht, das Pils de luxe war besser, aber auch kein Knaller. Und das alkoholfreie Weizen war wie andere auch eigentlich viel zu süß … Da ist das Hefe Weizen nicht schlecht, wirkt aber ein wenig “industriell”. Jedenfalls macht das Hochstiftliche Brauhaus in Bayern seinem Namen alle Ehre: Mehr heitlich wird dort obergärig gebraut. Die beiden Pilsner und ein Helles sind sozusagen die Ausnahme. Demgegenüber steht das heutige Hefe Weizen, das alkoholfreie Weizen, ein Kristallweizen, eine Urweisse und zu guter letzt noch ein Weizen Grape. Aber über Biermischgetränke fange ich nicht an zu schreiben. Sonst würde ich ja gar nicht mehr fertig.

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