Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Landwehr Bräu/Reichelshofen: Kellerbier (Nr. 181)

Sommerzeit ist ja Bierkellerzeit. Und langsam nähert sich das Wetter ja auch wieder kellerfreundlichen Temperaturen an. Geht ja nicht, dass es unten im Bierkeller wärmer ist als oben drauf! Kellerbiere sind vor allem in den “Bierkellerhochburgen” Bamberg udn Forchheim populär, doch werden sie nicht nur dort produziert. Auch das ferne Reichelshofen hat seine Brauerei mit einem Kellerbier. Die Brauerei vor den Toren Rothenburgs nennt sich Landwehr-Bräu und hat auch gleich einen schmissigen Soldaten in schneidiger Uniform im Logo. “Weil Brauerei und Gasthof der Rothenburger Gerichtsbarkeit unterlagen, im Mittelalter Landwehr genannt, erhielt die Brauerei den Namen Landwehr-Bräu.”, kann man der Brauereidatenbank bierfranken.by entnehmen. Die Landwehr oder Landhege war eine befestigte Grenzsicherung mit mehreren Wällen und Gräben. Dieses Gebiet um die Stadt, das heute zum Teil in BaWü liegt, musste im Zweifelsfall von der Bevölkerung geschützt werden. Und wenn grad nicht gekämpft wurde, wurde wahrscheinlich von den “Landwehrern” Landwehrbier getrunken.

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Sei es wie es mag: Das Kellerbier aus Reichelshofen ist mit seinen 4,7% jedenfalls eher ein Keller-Leichtgewicht. Aber Sommerbiere dürfen leichter sein, sonst hat man in der prallen Sonne ja gleich seinen Seier, naja, wenn die Sonne mal scheint. Wie die meisten Kellerbiere riecht es vor allem malzig und leicht hefig. Das Bier ist hell und leicht trüb. Da unterscheidet es sich von einigen oberfränkischen Keller-Varianten, die in der Farbe doch mehr ins Braune gehen. Und im gegensatz zu den ungespundeten oberfränkischen Kellerbieren ist das Kellerbier der Landwehr-Bräu richtig spritzig.
Geschmacklich muss man sowieso sagen: alles richtig gemacht! Es ist vom ersten Schluck an als Kellerbier erkennbar. Malzig und hefig gestaltet sich der Antrunk, mild und eher wenig gehopft im Mittelteil und maischig-fruchtig und natürlich eine Spur säuerlich am Ende. Ein Sommerbier durch und durch und ein astreines fränkisches Kellerbier. Aber im Taubertal reicht Franken ja weiter als Bayern. ;-)

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