Der Führer durch die fränkische Bierwelt

St.Georgen Bräu/Buttenheim: Doppelbock dunkel (Nr. 406)

Herr im Himmel ist das kalt im Moment. Da mag man ja kaum vor die Tür gehen. Da ist’s einem überall zu kalt. Da braucht man was Wärmendes. Was mich schon wieder zu einem Bock bringt, einem Doppelbock sogar. Soll ja was helfen gegen die bittere Kälte. Und zwar zum dunklen Doppelbock der St. Georgen-Bräu aus Buttenheim.
Gegen das Lich gehalten entfaltet dieser Bock einen feinen Rotstich in seiner ansonsten recht dunklen Farbe. Feine Kohlensäureperlen steigen auf. Sowas sieht schonmal urgemütlich aus. Fehlt eigentlich nur noch ein Kaminfeuer.
Für die Nase ist er etwas Besonderes. Normalerweise schreibe ich ja Sätze wie “Riecht malzig”. Beim dunklen Doppelbock kann ich aer nicht anders, da muss dieser Malzduft differenziert werden: Ich finde, er hat was Weiches, Süßes und natürlich auch die unvermeidlichen dunklen Töne nach Mocca und Schokolade. Damit aber nicht genug erinnert einen dieses Aroma an Rosinen und vielleicht sogar eine Spur Thymian. Auf alle Fälle bietet der dunkle Doppelbock für die Nase mehr als andere dunkle Kollegen. Mehr Malz auf alle Fälle.

417935_323840037657259_1020088969_n
Und auch auf dem Gaumen ist er mit wenigen der bisher getesteten Böcke vergleichbar – und das waren nicht wenige! Dunkelmaischig ist er, im ersten Moment recht süß, rosinig-malzig. Dazu kommt dann aber auch dieses würzige, leicht Herbe Aroma vom Hopfen und die dunkelmalzigen Töne des Röstmalzes. Rauchigkeit – wie man es in anderen Tests liest – konnte ich so deutlich nicht herausschmecken. Eher eine mit interessanter Fruchtigkeit gepaarte Würze. Das ist interessant und ergibt einen wärmenden Charakter, so wie ein Sherry zum Beispiel und passt auch schon deshalb zum endlich aufgetauchten Winter. Allerdings ist das Geschmacksbild so eigenständig, dass man es eben mögen muss. Und das Geschmacksbildscheinbar ist scheinbar so schwierig einzuordnen, dass man dazu die unterschiedlichsten Rezensionen lesen kann. Sicherlich finden sich daher genauso viele Freunde des dunklen Bocks wie Biertrinker, die mit ihm gar nichts anfangen können.
Was allerdings auffällt, ist, dass bei diversen Internetportalen der dunkle Doppelbock dazu genutzt wird, Rezepte aus dem neuen Bierkochbuch von Barbara Dicker und Hans Kurz nachzukochen. Dazu kann ich aufgrund des interessanten Geschmacks jedem raten, denn egal, ob Spaghetti Bocklognese oder Cock au Bock, der dunkle Bock aus Buttenheim gibt jedem Gerich seine besondere Note.

– – hier: Wo wurde dieses Foto aufgenommen?

Zur Zeit keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.