Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Wagner Bräu/Kemmern: Bock (Nr. 337)

Manchmal schreibe ich hier auf Bier des Tages eine Kolumne, für die ich in meinem Freundeskreis “eine Kopfnuss” kassiere. Wenn ich zum Beispiel Biere teste, die eigentlich hier in der Region ein “No Go” sind, wenn ich wieder mal zu viel und vorallem zu wortreich für ein Bier schwärme … oder wie heute mit recht unnützem Wissen glänze. Aber fangen wir von vorne an.
Als ich gestern im Radio die “Jugendwörter des Jahres 2011″ hörte (swag, Epic Fail und guttenbergen), dachte ich mir noch relativ unschuldig, dass sich daraus sicher irgendwann mal ein launiges kleines Kolümnchen (oder Kolümnlein … aber das ist noch nicht die Kopfnuss wert) basteln könnte. Und wie so oft, schreibt sich die Story dann eigentlich von selbst. Denn als ich das Bockbier der Brauerei Wagner aus Kemmern in der Hand hatte, waren sie plötzlich da, die drei Jungendwörter und die Kopfnuss …

wagner_bock
Zuerst mal zum Bock. Der ist so bernstein- bis hellbraunfarben und riecht recht malzig, wobei sich bei der Farbe schon von alleine versteht, dass da nicht nur süßes, helles Malz dabei ist. Auf der Zunge ist der Bock richtig gut: Malzig, aber nicht zu breit füllt er einem den Mund. Zu süß kommt er auch nicht rüber, weil da zum einen die leichten Röstaromen malzwürzig dagegensteuern, zum anderen natürlich auch die Hopfenanklänge im Abgang ein Wörtchen mitzureden haben. Sowas ist ein guter, bernsteiniger Geschmack … und ein guter, cooler Bock!
Ich behaupte einfach mal, der Bock wäre “swag”, wenn … ja, wenn mir beim Ansehen des Etiketts nicht ein “fail” aufgefallen wäre. Sicher ist das kein “epic fail” und keinem Menschen außer mir wäre das aufgefallen. Man hätte es jetzt auch dabei bewenden lassen können: Der Bock ist gut und Schluss!

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Nur beim Etikett hatte ich dieses DejaVú … irgendwoher kannte ich diese Szene mit dem frechen Bock, der den sichtlich angetrunkenen Putto vom Bierfass schubst doch. Und tatsächlich, da hat die Brauerei Wagner beim Etikett “geguttenbergt”: Auf einem Etikett des hellen Winterbocks der Aktienbrauerei Bayreuth aus dem Jahr 1996 (!!!) findet sich genau die selbe Szene … nur in bunt. Die Biere lassen sich freilich nicht vergleichen, zumal es den Winterbock so gar nicht mehr gibt, glaube ich. Eigentlich schade, der war nämlich auch genial.

bock
Und für jene vollkommen unnütze Information am Schluss habe ich mir wohl wieder mal eine Kopfnuss verdient, befürchte ich. Aber tut mir leid, ich kann halt nicht anders …

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